Adoption für homosexuelle Paare wird vor den Europäischen Gerichtshof gebracht

Im Oktober wird ein österreichischer Fall Anhörung finden

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ROM, 18. September 2012 (ZENIT.org). - Am 3. Oktober 2012 wird ein Fall bezüglich der Adoption für Homosexuelle in der Großen Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte angehört werden. Der Fall betrifft den Antrag einer Frau, den Sohn ihrer weiblichen Partnerin zu adoptieren (X u.a. gegen Österreich, Nr. 19010/07).

Einem Pressekommuniqué des Europäischen Zentrums für Recht und Gerechtigkeit („European Center for Law & Justice“ - ECLJ) zufolge hatten die beiden Frauen das Argument vorgebracht, das geltende österreichische Adoptionsrecht stelle einen Eingriff in ihr Privatleben dar und sei diskriminierend.

Dem ECLJ war gewährt worden, als dritte Partei einzugreifen.

Laut ECLJ wollen die beiden Frauen rechtlich als „Familie“ anerkannt werden. Die Österreichischen Behörden hatten die Adoption für den Interessen des Kindes entgegengesetzt erklärt und abgelehnt.

Die Behörden argumentierten damit, dass eine Frau den Vater nicht ersetzen könne und kein Grund vorliege, dem Vater seine Rechte zu entziehen.

Das Anliegen der Frau wird von der internationalen Lobby LGBT unterstützt. Der Anwalt der Antragstellerin, Helmut Graupner, ist Europadirektor der International Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender & Intersex Law Association (ILGLaw) und Rechtsberater der ILGA-Europe.

Laut dem ECLJ geht aus den bisher eingereichten Dokumenten über den Vater lediglich hervor, dass ihm vorgeworfen wird, keine stichhaltigen Gründe zur Verweigerung der Adoption anzugeben. Der Vater sei nicht nur ein Samenspender gewesen und pflege nach Informationen von österreichischen Gerichten regelmäßigen Kontakt zu seinem Sohn.

Das ECLJ betonte, dass der Vater sowohl nach nationalem als auch internationalem (besonders Art. 5 der UN-Kinderrechtskonvention, Art. 6 des Europäischen Übereinkommens über die Rechtliche Stellung des außerehelichen Kindes) Gesetz das Recht und die Pflicht habe, weiterhin für seinen Sohn zu sorgen.

Ferner betrachten internationale Übereinkommen über die Adoption das Einverständnis der leiblichen Eltern als notwendige Voraussetzung für eine Adoption.

[Übersetzung des englischen Originals von Sarah Fleissner]