Afra von Augsburg

Die zweite Stadt- und Bistumspatronin von Augsburg

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ROM, 7. August 2012 (ZENIT.org). - Am 7. August feiert man in Augsburg das Hochfest der heiligen Afra. Die Nachrichten über das Leben der aus Zypern stammenden Heiligen beruhen auf mündlichen Überlieferungen. Historisch nachweisbar ist, dass eine gewisse Afra als Märtyrerin unter der Christenverfolgung Kaiser Diokletians um 304 in Augsburg gestorben ist.

Der Legende nach war Afra die Tochter des Königs von Zypern. Nach dessen Ermordung floh sie gemeinsam mit ihrer Mutter Hilaria zunächst nach Rom, wo Afra der Göttin Venus geweiht worden sein soll. Der Weg führte die Flüchtigen schließlich nach Augsburg. In der Stadt betrieb Afra – so die Legende - mit einigen Gefährtinnen ein Freudenhaus.

Durch Zufall gelangte Bischof Narcissus eines Abends, schutzsuchend vor Kaiser Diokletian, in dieses Lokal. Wie immer betete der Bischof auch an diesem Abend vor der Einnahme der von der Gastgeberin reichlich aufgedeckten Speisen. Afra war tief beeindruckt und wurde in ihren Grundfesten über ihr bisheriges Leben erschüttert. Sie bekehrte sich zum christlichen Glauben und ließ sich taufen. Nach dem Vorfall berichtete die Heilige ihrer Mutter von dem Geschehen, und auch Hilaria trat zum christlichen Glauben über.

Die Bekehrung rief den Unmut einiger Mitbürger in der Stadt hervor, was schließlich zur Verurteilung der Frauen zum Tode führte. Über die Todesart sind sich die Legenden nicht einig: Afra soll an einen Baum gebunden und enthauptet worden bzw. auf dem Lechfeld verbrannt worden sein. Letztere Variante wird in dem Stich von Dominicus Custos, der nach Vorlagen von Friedrich Sustris und des aus Augsburg stammenden Thomas Maurer arbeitete, dargestellt.

Die Heilige ist dem Richter vorgeführt und nimmt zu ihrer Anklage Stellung. Im Hintergrund ist Afra während des Martyriums zu sehen: Sie ist an einen Pfahl gebunden und wird bei lebendigem Leibe verbrannt. Dabei ist ihr Blick gen Himmel gerichtet, wo ein Putto mit einem Märtyrerkranz und einer Märtyterpalme erscheint. Das Blatt ist in das Werk „Der Weitberüehmbten … Statt Augsburg … kurtze Kirchen Chronick. (Augsburg 1620)“ von Carl Stengel (1581-1663) eingebunden.

Hilaria soll der Legende nach ihrer Tochter Afra eine Kapelle errichtet haben, die seit 565 als Wallfahrtsstätte bezeugt ist. An ihrer Stelle befindet sich heute das 1012 gegründete Benediktinerstift Sankt Ulrich und Afra. Hier haben der 973 verstorbene Bischof Ulrich und die Heilige ihre letzte Ruhestätte gefunden. Der aus spätrömischer Zeit stammende Sarkophag mit den verbrannten Gebeinen Afras befindet sich heute in der Bartholomäus-Kapelle von Sankt Ulrich und Afra. Die Gebeine hatte man 1064, dem Jahr ihrer Heiligsprechung, gefunden. [bd]