Afrika: AIDS gilt es im Familienverband zu bekämpfen

Pandemie erfordert einen ganzheitlichen und globalen Ansatz der Kirche erfordert

| 1408 klicks

KAREN/MADAGASKAR, 1. Dezember 2009 (ZENIT.org).- „Bei unserer konstanten Präsenz unter den Millionen Afrikanern, die von der Pandemie betroffen sind, sehen wir, wie AIDS weiterhin ganze Völker vernichtet, auch wenn das Problem nicht mir zu den Hauptthemen auf der Tagesordnung der Regierungen und der internationalen Hilfswerke gehört“, so die Bischöfevon Afrika und Madagaskar (SECAM), des am meisten von der Verbreitung des HI-Virus betroffenen Kontinents.

„Zu einem Zeitpunk, an dem das Interesse der offiziellen Organismen schwindet, bekräftigen wir, dass unter theologischen Aspekten auch der Leib Christi von AIDS betroffen ist. Deshalb sind wir als Familie Gottes entschlossen, angemessene Antworten zu geben“.

Zum heutigen Welt-AIDS-Tag fordert auch P. Fratern Masawe von der Vereinigung der Ordensoberen der Jesuiten in Afrika und Madagaskar (Jesuit Superiors of Africa and Madagascar, JESAM) "Aids im Familienverband“ zu bekämpfen, die sei der erste Schritt, damit HIV-Infizierte nicht länger als „Todgeweihte“ betrachtet und deshalb ausgegrenzt, abgelehnt oder diskriminiert würden.

„Denn als Mitglieder der Familie Gottes müssen wir so handeln, wie Jesus es uns vorgemacht hat“, heißt es in der Botschaft,die an alle in Afrika tätigen Mitbrüder gerichtet ist.

AIDS dürfe man nicht nur als medizinisches Problem betrachten, so der Afrikamissionar, denn es gehe um „eine Frage der ganzheitlichen Entwicklung und Gerechtigkeit, die einen ganzheitlichen und globalen Ansatz der Kirche erfordert“.

Pater Masewa erinnert auch daran, dass man sich nicht von den „enormen Problemen des Kontinents“ verängstigen und entmutigen lassen dürfe, zu denen auch HIV und Aids gehörten. Denn sie seien Teil des Lebens und würden dies auch noch lange sein. Als große Familie müsse man die Herausforderung zuversichtlich angehen.

„Aids ist zusammen mit Malaria und Tuberkulose eine Pandemie, die die afrikanischen Völker ausrottet und ihr wirtschaftliches und soziales Leben ernsthaft beeinträchtigt“.

Die Position der Kirche werde dabei oft als „zu streng, unrealistisch oder moralisch“ betrachtet und andere Faktoren, wie „Armut, Hunger, Krieg, Zwangsumsiedlungen, häusliche Gewalt und Prostitution“ begünstigten die Verbreitung des Virus zusätzlich.

Das SECAM weist auf die dramatische Situation im Zusammenhang hin: „Hilfe ist notwendiger denn je. Das HI-Virus und Aids sind nicht verschwunden. Die Vorstellung, dass Therapien für alle zur Verfügung stehen, ist falsch. Nur ein Drittel derer die solche Therapien brauchen bekommen sie auch und zwei Jahre nach Beginn der Therapie werden davon nur noch 60 Prozent behandelt. Auf zwei Menschen, die behandelt werden kommen drei, die sich infizieren.“


"Die Pandemie beeinträchtigt Entwicklung und Gerechtigkeit“, heißt es in der Botschaft weiter. „Die weltweite Wirtschaftskrise und die Rezession wirken sich negativ auf die infizierten oder aidskranken Brüder und Schwestern aus. Die Preisanstiege bei den Lebensmitteln und den anderen lebenswichtigen Gütern behindern die Ergebnisse der Therapie, denn die Menschen können sich nicht richtig ernähren, und dies ist eine grundlegende Voraussetzung der Therapie. Die Zunahme von Hunger und Verzweiflung lässt auch die Zahl der Menschen steigen, die sich durch Prostitution den Lebensunterhalt verdienen. Jeder Versuch der Bekämpfung von HIV/AIDS, der dies nicht berücksichtigt, ist zum Scheitern verurteilt.“


„AIDS ist nicht nur eine Frage der medizinischen Versorgung und Investitionen in die Entwicklung von Medikamenten sind nicht ausreichend. Wie auch Papst Benedikt XVI. betonte, wissen wir, dass das Problem nicht nur durch die Verteilung von Präservativen gelöst werden kann. Nur eine Strategie, die auf der Erziehung zur individuellen Verantwortlichkeit im Rahmen einer moralischen Vision von der menschlichen Sexualität, insbesondere durch die eheliche Treue, basiert, kann einen tatsächlichen Einfluss bei der Prävention dieser Krankheit haben.“, so die Bischöfe abschließend.