Afrika: Das Evangelium hat Kraft zur Versöhnung

Treffen afrikanischer Bischöfe mit der Fokolar-Bewegung und Sant’Egidio

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ROM, 23. Oktober 2009 (ZENIT.org).- Versöhnung und Entwicklung, Kampf gegen Korruption und AIDS waren die Themen einer spannenden Begegnung von Teilnehmern der Afrika-Synode mit Vertretern der Fokolar-Bewegung und der Gemeinschaft Sant' Egidio

Ein Beispiel für die Kraft des Evangeliums ist Fontem, eine ferne Region im Urwald von Kamerun, dem Land des Stammes Bangwa, wo die Präsenz der Fokolar-Bewegung viele Früchte der Evangelisierung und der Versöhnung getragen hat.

Christliches Engagement kann den Kontinent verändern

„Richter und Staatsanwälte - bezeugt die bangwanische Frau Mary Ategwa, - stellen einen Rückgang der Gerichtsverfahren fest. Es gibt weniger Scheidungen und mehr Dialog in den Familien. Die Frauen, die auf dem Markt ihre Waren verkaufen, lehnen es ab, ihre Kunden zu betrügen. Viele lassen sich dazu anstoßen, den ersten Schritt zu Versöhnung und Nächstenliebe zu wagen.“

Es handle sich um „die Früchte der neuen Evangelisierung, bei der die Häuptlinge und Leiter der Dörfer, die Fon genannt werden, die Protagonisten sind. Es ist eine Welle des neuen Lebens, die einem feierlichen Bund gegenseitiger Liebe entstammt, den Chiara Lubich im Jahr 2000 in Fontem mit zwei Stammeshäuptlingen schloss Diesem Pakt schlossen sich Tausende von Menschen an, die auf dem großen Vorplatz vor dem königlichen Palast versammelt waren. Es ist eine gegenseitige Verpflichtung, jede Spaltung und jeden Konflikt stets zu heilen.“

In neun Jahren hat dieses Engagement für das Evangelium auch andere Stämme des Landes erreicht.

Maria Voce, Präsidentin der Fokolar-Bewegung, erzählte von einer Reise nach Afrika, die sie erst kürzlich unternommen hatte und während der ihr Lucas Njufua, ein Fon der Fontem, öffentlich den Dank seines Volkes ausdrückte: „nicht nur für das Krankenhaus, die Schulen und viele Werke der Bewegung, sondern vor allem für den Strom der Liebe und Einheit, die die Menschen verändert“.

Zeugnis der Inkulturation

Im Rahmen einer Reflexion der Synode über die Inkulturation des Evangeliums sprach Maria Magnolfi, Professorin für Heilige Schrift, über die Arbeit des Zentrums für Inkulturation, das im Jahr 1992 in Nairobi eingerichtet wurde. „Mit neuen Augen der Liebe, sagte die Professorin, können wir uns den verschiedenen afrikanischen Kulturen, einem neuen Bewusstsein für unsere Wurzeln und einer verstärkten Verkündigung des Evangeliums nähern.“ Dies führe außerdem zu einer „gegenseitigen Inkulturation“ unter den afrikanischen Kulturen, die reich an ethnischer Vielfalt sind.“

Bekämpfung der Korruption

Die Ingenieurin Patience Lobe Moll, die erste Frau Kameruns, die im Ministerium für öffentliche Arbeiten tätig ist, sprach vom Kampf gegen die Korruption, einem Krebs in vielen Ländern Afrikas. „Unternehmen, die davon überzeugt waren, dass sie sich jemanden erkaufen müssen, um ihr Geschäft voranzutreiben, wissen jetzt, dass in einem Teil von Kamerun ohne Korruption gearbeitet wird“, sagte sie.

„Zusammen mit anderen Freunden, mit denen wir dieselbe Spiritualität teilen und die in der öffentlichen Verwaltung arbeiten, ermutigen wir uns gegenseitig. Wir sind davon überzeugt, dass sich unser Land nur mit einer Änderung der Mentalität vorwärts bewegen kann. Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes und davor, morgen nichts mehr zu essen zu haben, bremst die positive Entwicklung. Doch die Erfahrungen, dass Gott uns erlaubt hat zu leben, überzeugen uns immer wieder davon, dass er die Geschichte lenkt und dass sein Wort in unserer Umgebung eine außerordentliche Macht besitzt.“

Spirituelle Ausbildung der Priester

In der Aula der Afrika-Synode wurde wiederholt der Bedarf nah einer tieferen geistlichen Ausbildung der Priester geäußert. Das Argument wurde von Innozenz Thibaut, einem Priester aus Burundi vorgebracht, der aufzeigte, wie mehrere Priester und Seminaristen während des Krieges in seinem Land fähig waren, dem Martyrium entgegenzutreten. Mit ihrer Spiritualität der Einheit als Antwort auf eine Anfrage der Bischöfe von Kenia haben die Fokolare ein Zentrum für Spiritualität in Nairobi für Priester und Seminaristen aus ganz Afrika aufgebaut.

Sant’ Egidio im Einsatz für den Frieden und gegen AIDS

Verschiedene Menschen, deren Leben sich dank dem Einsatz der Gemeinschaft Sant'Egidio verändert hatte, gaben Glaubenszeugnisse zu den Themen Frieden und AIDS. Mario Giro erinnerte an die Vermittlungsarbeit, die diese katholische Bewegung geleistet hat, um den Bürgerkrieg in Mosambik zu beenden, und Kpakilé Felemou aus Guinea, Verantwortlicher des Projektes „DREAM“ in seinem Land, zeigte die Ergebnisse im Kampf gegen AIDS auf.

Nach der Begegnung in der Kirche Santa Maria in Trastevere wurde eine Messe „für Frieden und Gerechtigkeit in Afrika“ gefeiert. Der Messe stand Kardinal Roger Etchegaray, der emeritierte Präsident des päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden vor. 70 Bischöfe und viele Priester, vor allem aus Afrika, konzelebrierten.

[Übersetzung des italienischen Originals durch Susanne Czupy]