Afrika hat Priorität: P. Lombardo SJ zum Briefwechsel zwischen Benedikt XVI. und Angela Merkel

„Zeichen der Hoffnung auf eine bessere Welt“

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ROM, 30. April 2007 (ZENIT.org).- Der Appell des Papstes an die internationale Gemeinschaft, die Armutsbekämpfung zu forcieren und dem afrikanischen Kontinent durch konkrete Maßnahmen zu helfen, und die positive Antwort der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel nähren nach Worten von P. Federico Lombardi SJ die Hoffnung auf eine gerechtere Welt.



Der Leiter des Pressebüros des Heiligen Stuhls, dem auch das Vatikanische Fernsehzentrum (CTV) und „Radio Vatikan“ unterstehen, wies in der letzten Ausgabe der wöchentlichen Fernsehsendung „Octava Dies“, die von CTV produziert wird, auf die nicht zu unterschätzende Bedeutung des Briefwechsels zwischen dem Heiligen Vater und der deutschen Bundeskanzlerin hin. Anlass für die beiden Briefe, die am 23. April veröffentlicht wurden, ist die EU- und G8-Präsidentschaft Deutschlands seit dem 1. Januar 2007.

„Der Brief des Papstes will die guten Absichten, die schon von der englischen EU-Ratspräsidentschaft geäußert worden waren und von der aktuellen deutschen Präsidentschaft im Hinblick auf den Gipfel der am meisten industrialisierten Staaten, der G8, nachdrücklich bekräftigt wurden, unterstützen und beflügeln“, konstatierte der vatikanische Pressesprecher.

In beiden Briefe werden konkrete Maßnahmen zur Armutsbekämpfung vorgeschlagen, etwa im Bereich des internationalen Handels. Darüber hinaus werden der Erlass der Auslandsverschuldung, die Entwicklungshilfe, Fragen des Gesundheitswesens sowie die Bekämpfung des Waffenhandels thematisiert.

Nach P. Lombardi handelt es sich bei dem Briefwechsel um einen hochstehenden Dialog, in dem „die Perspektive eines aufrichtigen internationalen Einsatzes für eine gerechtere Welt“ in der höchsten Autorität der Kirche nicht nur einen moralischen Befürworter findet, sondern vor allem auch einen, der mit konkreten Ideen aktiv zur Verwirklichung dieser Perspektive beiträgt.

In weiten Teilen Afrikas herrsche „dramatische Armut, die Zukunftsaussichten sind vollkommen düster“, fuhr P. Lombardi fort. „Um aus dieser Situation herauszukommen, bedarf es des Einsatzes der betroffenen Völker. Aber das reicht nicht aus, wenn in einer interdependenten Welt kein Rahmen von Bedingungen geschaffen wird, die die Entwicklung viel mehr begünstigen“.

Abschließend unterstrich der Ordenspriester: „Afrika hat den Einsatz der Afrikaner genauso nötig wie die Solidarität und die Gerechtigkeit der politischen und wirtschaftlichen Kräfte, die auf internationaler Ebene aktiv sind. Der Brief des Papstes und der Brief von Frau Merkel sind ein Zeichen der Hoffnung für eine gerechtere Welt.“