Afrika zeigt: Eine friedliche Koexistenz ist möglich!

Interreligiöser Dialog ist der Schlüssel

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ROM, 3. September 2009 (ZENIT.org).- Afrika hat das Potential, für die ganze Welt ein Beispiel des friedlichen Miteinanders von Religionen zu sein, speziell den Islam betreffend. Das sagte Msgr. Chidi Denis Isizoh, Mitglied des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, in einem kürzlich veröffentlichten Interview im „Osservatore Romano“. Der aus Nigeria stammende Priester sprach über die Themen der bevorstehenden Synode für Afrika und erklärte, dass die Erfahrung des Dialogs zwischen den Religionen in Afrika täglich erlebbar sei. Er fügte hinzu, dass es nur in einigen wenigen Staaten zu Konflikten komme.



An den meisten Orten lebten und arbeiteten Christen, Animisten und Muslime zusammen, obwohl die Religion in ihrem Leben eine zentrale Rolle spiele. In Afrika sei die Religion „nicht etwas, das von anderen Tätigkeiten des Lebens getrennt wird; es ist ein Lebensstil“, so der Priester.

Die Grundlage des interreligiösen Dialogs bestehe darin, dass „jeder in der Zusammenarbeit die Ideale seiner Religion ausdrückt: ein guter Nachbar zu sein, ehrlich zu sein, anderen in ihren Schwierigkeiten zu helfen, Geld und die eigenen Fähigkeiten für die Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen …und gegen die Kriminalität zu kämpfen.“

Dass gerade auch der Islam und andere Glaubensrichtungen in den meisten Ländern konfliktfrei und gut miteinander leben könnten, werde von den sozialen Kommunikationsmitteln häufig zum Thema gemacht. Dort, wo es jedoch Konflikte gebe, würden diese oft von politischen Führern angestachelt, indem sie die religiösen Gefühle der Menschen für ihre Ziele missbrauchten.

Msgr. Isizoh erklärte außerdem, dass „der Dialog zwischen Christen und Muslime in Afrika  … einen wichtigen Vorteil hat: Die religiösen Traditionen Afrikas bieten einen soziokulturellen Rahmen, der beiden die Möglichkeit gibt, einander zu verstehen.“ Dieser Dialog sei auch für die Ausbildung notwendig, für die öffentliche Verwaltung, den Kampf gegen die Armut und das Sich-Ausbreiten der Ethik im öffentlichen und privaten Leben.

Zur bevorstehenden Synode „Die Kirche in Afrika im Dienst der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens“ erklärt der Priester: „Eines der größten Hindernisse für den Frieden auf diesem Kontinent ist das Vermächtnis des Kolonialismus.“ Besonders die Aufteilung der Länder und die gezwungene Verschmelzung verschiedener Völker lösten nach wie vor die größten Spannungen aus. Ebenso zähle auch der Kampf um die Kontrolle der Ressourcen, wie dies beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo, im Sudan oder in Nigeria der Fall sei, zu den Hauptproblemen des Kontinents.

Abschließend bekräftigte Msgr. Isizoh: „Wir alle beten für den Erfolg der Synode. Die Wahl der Themen zeigt, wie lebendig die Kirche Afrikas in ihrer Verantwortung gegenüber dem Kontinent ist… Die Kirche ist die Stimme der Stimmlosen. Sie spricht im Namen der Unterdrückten und der von der Gesellschaft an den Rand Gedrängten. Sie führt verletzte Menschen zur Versöhnung. Der Weg, um dies zu tun, wird wahrscheinlich einer der wichtigsten Punkte sein, die wir auf der bevorstehenden Synode diskutieren werden.“