"Afrikas Potential für andere Länder zugänglich zu machen"

Heiliger Stuhl fordert Erhöhung der Wirtschaftshilfe für Afrika

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NEW YORK, 23. Oktober, 2009 (Zenit.org).- Der ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Celestino Migiore, hat an die Völkergemeinschaft appelliert, die Wirtschaftshilfe an Afrika zu erhöhen. „Ein Kontinent, der noch verarmt sei, kann künftig viel für die internationale Gemeinschaft beitragen", mahnte der Vatikandiplomat am Mittwoch in einer Ansprache vor der 64. UN-Generalversammlung.

Über Afrika werde auf politischer Ebene, in den Medien oder von akademischer Seite häufig im Zusammenhang mit extremer Armut, Staatsstreichen, Korruption und regionalen Konflikten gesprochen. „Selbst wenn positiv über Afrika geredet wird, geht es nur um die Zukunft des Kontinents, als ob er gegenwärtig nichts zu bieten habe",sagte der Erzbischof. In Wahrheit aber könne Afrika der internationalen Gemeinschaft bewundernswerte Beispiele und Werte vermitteln. „Afrika kann zudem Zeichen der Erfüllung vieler Hoffnungen anbieten", fuhr er fort.

Er forderte die Staatenvertreter auf, an die verschiedenen Fälle zu denken, in denen Afrika seine große Fähigkeit bewiesen habe, Wandlungsprozesse hin zur Unabhängigkeit oder den Wiederaufbau nach Konfliktsituationen zu bewältigen. Zudem sollte die Generalversammlung auf die Präsenz zahlreicher mutiger Amtsträger der Vereinten Nationen und ihrer Unterorganisationen schauen, durch die der Kontinent der Welt die Fähigkeiten und Talente seiner Völker unter Beweis stelle, den multilateralen Bereich zu verwalten. „Denken Sie auch an den wachsenden Beitrag der Söhne und Töchter Afrikas am wissenschaftlichen, akademischen und intellektuellen Leben der entwickelten Länder", appellierte er.

Erzbischof Migliore räumte jedoch ein, dass die meisten äußerst armen Menschen in Afrika lebten. Die Beseitigung von Armut und Hunger, die Verringerung des Anteils derjenigen, die mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen, um die Hälfte bis zum Jahr 2015, sei für die meisten afrikanischen Länder nicht zu erreichen. Daher forderte er "sachbezogene Solidarität", um die unannehmbare Geißel der Armut zu beseitigen und Afrikas Potential für andere Länder zugänglich zu machen. Der Erzbischof betonte die Notwendigkeit wirtschaftlicher Unterstützung und Entwicklungshilfe für Afrika. Langfristige Finanzierungsprogramme werden seiner Auffassung zufolge gebraucht, um die hohe Auslandsverschuldung der Länder zu überwinden, ihre wirtschaftlichen und politischen Systeme zu festigen und Sozialversicherungsnetze zu schaffen.

In ähnlicher Weise sollten internationale Handelskonditionen den jeweiligen Bedürfnissen und wirtschaftlichen Herausforderungen angepasst werden. Der Vatikandiplomat versicherte: „In der gegenwärtigen Krise sollten entwickelte Länder nicht ihre Entwicklungshilfe an Afrika reduzieren, sie sollten vielmehr mit weitsichtigem Blick auf die Wirtschaft und die Welt dazu übergehen, ihre Investitionen in die Menschen in armen Ländern zu erhöhen." (mk)