Ägypten: Katholischer Fernsehsender in Planung

Finanzierung durch Ägypter im Ausland und Bischofskonferenzen vorgesehen

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ROM, 24. Oktober 2012 (ZENIT.org). ‑ Ab Ende 2013 soll der TV-Sender „Salam“ (arabisch: „Friede“) von Kairo aus seine Programme ausstrahlen. Die Planung läuft unterdessen bereits auf Hochtouren, wie der Fidesdienst berichtet.

Der neue TV-Sender ist der erste katholische Sender in dem heute von den Muslimbrüdern regierten Land. „Es gibt hier sieben katholische Riten“, so der Apostolische Vikar von Alexandria, Bischof Adel Zaki OFM.

„Damit wir untereinander eine Absprache erlangen und alles im Namen der katholischen Kirche gut organisieren konnten, waren etwas Zeit und Geduld nötig.“ Erst vor wenigen Wochen konnten die letzten Zweifel beseitigt werden, als Bischof Zaki von der Versammlung der katholischen Bischöfe in Ägypten damit beauftragt wurde, das Projekt im Namen aller Katholiken des Landes zu verwirklichen, unter der Voraussetzung, dass dies den Haushalt der Ortskirchen nicht belasten dürfe.

Sitz des Senders ist ein gemietetes Gebäude in der Hauptstadt Kairo in der Nähe des dortigen lateinischen Patriarchats. Eine Agentur wurde mit der Planung des künftigen TV-Senders und der Definition von Zielsetzungen und Kosten beauftragt. Anfangs soll ein Budget von 5 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

„Das Planungsprojekt“, so Bischof Zaki, „wird auch die laufenden Kosten aufzeigen, die für den Betrieb des Fernsehsenders anfallen werden. Nur wenn ein detailliertes und nachhaltiges Projekt vorliegt, werden wir mit der Suche nach Geldgebern beginnen können.“ Hauptgesprächspartner auf der Suche nach finanziellen Mitteln sind die Bischofskonferenzen von Italien, Deutschland und den Vereinigten Staaten und deren jeweilige Hilfswerke. Doch Bischof Zaki zählt vor allem auf die „göttliche Vorsehung, die uns mit Sicherheit Personen aufzeigen wird, die uns helfen können. Es haben sich bereits wohlhabende Ägypter aus den Vereinigten Staaten und Australien bereit erklärt, die von unserem Projekt begeistert sind und uns ihre Hilfe zusagen.“

Anfangs wird der neue Sender pro Tag jeweils zweistündige Programme senden, danach sollendie Sendezeiten verlängert werden. „Natürlich“, so der Apostolische Vikar, „werden wir Mitarbeiter vor allem in unserer Glaubensgemeinschaft suchen und hoffen auf eine baldige Zusammenarbeit mit katholischen Sendern in anderen Ländern. Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der künftigen Mitarbeiter ist jedoch die Kompetenz. In diesem Sinne werden wir auch Koptisch- Orthodoxe und Muslime in Betracht ziehen.“

Obschon operative und finanzielle Details teilweise noch definiert werden müssen, ist die Zielsetzung bereits eindeutig festgelegt: „Auch die derzeit in Rom tagende Bischofssynode“, so Bischof Zaki, „betont, dass die Medien ‑ ob wir es wollen oder nicht ‑ zu einem Instrument der Verkündigung des Evangeliums geworden sind. In Ägypten unterscheidet man oft nicht zwischen Katholiken und orthodoxen Kopten oder Protestanten, die über zahlreiche Medien verfügen. Angesichts der gegenwärtigen Situation in Ägypten scheint es uns nützlich, über ein Instrument zu verfügen, das den Reichtum des katholischen Gesichtspunkts veranschaulicht, auch was die katholische Soziallehre anbelangt. Diesen kleinen Traum wollen wir uns in aller Bescheidenheit erfüllen und damit zur Einheit der Christen und aller Ägypter beitragen.“