Akademie der Human- und Sozialwissenschaften offiziell eröffnet

Professoren, Studenten und Exponenten der Kultur studieren die Wissenschaft vom Menschen

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ROM, 22. April 2008 (ZENIT.org).- Am 17. April wurde in Rom die „Akademie der Human- und Sozialwissenschaften“ offiziell vorgestellt.



Die Akademie steht unter der Schirmherrschaft des Päpstlichen Rates für die Kultur. Ihr gehören 120 Mitglieder aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft, Religion und des humanistischen Denkens an. Die vor neun Jahren entstandene Akademie war bisher noch nicht offiziell vorgestellt worden. Ihr Sitz befindet sich in der römischen Abtei „Heilig Kreuz in Jerusalem“.

Nach beinahe zehn Jahren kultureller Tätigkeit, die sich auf drei internationale Kongresse und verschiedene Veröffentlichungen beschränkte, wurde der Entschluss gefasst, der Institution, die Dozenten aus staatlichen und päpstlichen Universitäten zusammenführt, eine juridische Grundlage zu geben.

Angela Ales Bello, eines der Gründungsmitglieder und Professorin für Philosophie an der Lateran-Universität, erklärte, dass das Ziel der Akademie darin bestehe, Professoren, Studenten und Exponenten der Kultur in einem Projekt zu vereinen. „Gegenstand ist das menschliche Sein, das aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht wird, vor allem ausgehend von den Human- und Sozialwissenschaften, aber auch in philosophischer, theologischer und religiöser Hinsicht.“

Erzbischof Gianfranco Ravasi, Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur, erklärte anlässlich der Vorstellung, dass die kirchliche Welt ihren Beitrag in philosophischer und theologischer Sicht leisten könne, während die Laien mit den ihr eigenen Werkzeugen arbeiten sollten, „mit allen Unterlagen und Untersuchungen, die der Kultur unserer gegenwärtigen Gesellschaft zur Verfügung stehen“.

Die Entstehung der Akademie geht auf die Philosophie Karol Wojtylas zurück. Diesbezüglich erklärte Erzbischof Ravasi: „Ich würde sagen, dass das Denken von Johannes Paul II. prophetisch war. Wir alle haben während seines langen Pontifikats eine Bildung durchgemacht, die stark an seine Person gebunden war. Er hat uns in der Konfrontation mit dem anderen über alle Unterschiede hinweg eine große Offenheit gelehrt. Durch seine tiefe Menschlichkeit lehrte er uns, selbst menschlich zu sein.“

Im kommenden Jahr wird die Akademie zwei internationale Kongresse zu den Themen „Das Gute und das Böse in den Religionen“ sowie „Identität und Globalisierung: eine Herausforderung für die Zukunft“ organisieren.

Die Bildungseinrichtung soll jene „kulturelle Lücke“ füllen, die aufgrund der übertriebenen Spezialisierung im universitären Bereich entstanden sei und die das Erreichen einer „Einheit des Wissens“ verhindere.