Aktion Mensch fördert Barrierefreiheit beim Katholikentag mit 180.000 Euro

Regensburg ist mit seiner Altstadtbebauung eine besondere Herausforderung

Regensburg, (ZENIT.org) | 272 klicks

Menschen mit Behinderung sollen den Regensburger Katholikentag unbeschwert erleben können. Gemeinsam mit der Geschäftsstelle des größten deutschen katholischen Laientreffens engagiert sich die Aktion Mensch seit Monaten für eine weitgehend barrierefreie Begegnung der Teilnehmer des 99. Deutschen Katholikentages in Regensburg und fördert das Vorhaben mit knapp 180.000 Euro. Mit diesem Geld werden Angebote wie Begleitdienste, Gebärdendolmetscher oder Publikationen in Leichter Sprache für Menschen mit Behinderung realisiert.

„Die Aktion Mensch engagiert sich gern auf dem Katholikentag, damit sich bei diesem wichtigen Laientreffen alle auf Augenhöhe begegnen können“, so Friedhelm Peiffer, Leiter der Aktion Mensch-Förderung. Bereits der Mannheimer Katholikentag 2012 wurde von der Soziallotterie finanziell unterstützt.

"Regensburg ist mit seiner Altstadtbebauung mit Sicherheit eine besondere Herausforderung. Aber wir nehmen sie gemeinsam an, damit alle dabei sein können, und zwar mittendrin", so Peiffer. Der Grund: Kopfsteinpflaster, enge Gassen und zahlreiche Treppen erschweren Zugang und Orientierung für Menschen mit Mobilitäts- und Sinneseinschränkungen. Damit dennoch möglichst viele Teilnehmer am Katholikentag teilhaben können, werden in Regensburg Rollstuhlrampen gebaut und Begleitdienste oder Leihrollstühle angeboten. Viele nicht barrierefreie Veranstaltungsorte überträgt der Katholikentag per Video. Personen mit Hörbeeinträchtigung erhalten eine Übersetzung in Gebärdensprache oder Schrift, für Sehbehinderte werden Audio-CDs und Faltblätter in Großdruck angeboten. Eine besondere Einrichtung ist das Begegnungscafé zentral in der Turnhalle am Donaumarkt, das während des Katholikentags unter anderem eine Ausstellung, eine Infotheke und Ruheräume bietet.

Neben der finanziellen Förderung durch die Aktion Mensch erhält der Katholikentag auch personelle Unterstützung: Ein Expertenbeirat, dessen Mitglieder beruflich oder ehrenamtlich mit Menschen mit Behinderung arbeiten oder selbst eine Behinderung haben, berät die Geschäftsstelle zum Thema Barrierefreiheit. Gemeinsam versuchen sie, bereits im Vorfeld engen Kontakt zu Gästen mit Behinderung zu knüpfen. „Die Teilnahme an Großveranstaltungen erfordert für Menschen mit Behinderung oft besonderen Organisationsaufwand und Planungssicherheit“, so Pfarrer Christian Burkhardt, Beiratsmitglied und zuständig für die Behindertenseelsorge in Regensburg. Je genauer die Bedürfnisse bekannt sind, desto besser kann während des Katholikentags darauf eingegangen werden – davon sind alle Beteiligten überzeugt.

Der 99. Deutsche Katholikentag findet von 28. Mai bis 1. Juni 2014 in Regensburg statt. Erwartet werden viele Zehntausend Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet, den europäischen Nachbarn wie Tschechien und der ganzen Welt. Katholikentage werden vom ZdK in der Regel alle zwei Jahre an wechselnden Orten veranstaltet. Der 98. Deutsche Katholikentag fand 2012 in Mannheim statt, 2010 trafen sich Christinnen und Christen beim Zweiten Ökumenischen Kirchentag in München. Informationen zur barrierenfreien Teilnahme beim 99. Katholikentag sowie umfassende Infomaterialien gibt es unter www.katholikentag.de/barrierefrei. Bereits jetzt gibt es die erste Broschüre zum Katholikentag in leichter Sprache. Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen können sich unter barrierefrei@katholikentag.de oder 0941.584 390 237 direkt an Judith Schmohl wenden.

(Quelle: Webseite des Bistums Regensburg)