Aktionen des Heiligen Stuhls immer transparenter

Vereinbarung des Vatikans mit dem Financial Crimes Enforcement Network

Rom, (ZENIT.org) Carmine Tabarro | 484 klicks

Es gibt gute Nachrichten über Finanz-Transparenz. Die Leitung der Finanzauskunft (AIF) des Heiligen Stuhls und des Vatikanstaates hat am Mittwoch ein Memorandum unterschrieben, das als Einverständnis mit dem „Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) und seinem Gegenpart des US-Finanzministeriums in Washington DC gilt, um die Bemühungen zu erhöhen, Geldwäscherei vorzubeugen und Operationen des Finanzterrors weltweit zu bekämpfen.

In einer Pressekonferenz erklärte der Pressesprecher des Vatikans, P. Federico Lombardi SJ: „Das Memorandum, das Dokument, das am Abend im Presseamt des Heiligen Stuhls einging, wurde von Rene Brulhart, Direktor des AIF, und Jennifer Shasky Calvery, Direktorin des FinCEN unterzeichnet und fördert die gegenseitige Zusammenarbeit durch Austausch von Informationen im Finanzsektor.“

„Es handelt sich damit um einen klaren Hinweis darauf, dass der Heilige Stuhl oder der Vatikanstaat die Verantwortung sehr ernst nehmen, Geldwäsche und Finanzierung des Terrorismus zu bekämpfen, und wie wir weiter auf höchstem Niveau zusammenarbeiten“, erklärte Brulhart seinerseits. Damit „hat der Vatikan bewiesen, ein glaubwürdiger Partner auf weltweiter Dimension zu sein und dass er sich deutlich bemüht, Informationen weiterzugeben, um den eben erwähnten Phänomenen entgegenzuwirken.“

Die AIF wurde im Jahr 2010 von Benedikt XVI. eingerichtet und begann ihre Arbeit im April 2011. Ihre Kompetenz liegt in der Regelung der IOR (der so genannten Vatikanbank), der Finanzobrigkeit und in der Überwachung und Regelung der Finanzoperationen, um Vorsorge gegen Geldwäsche und Finanzierung von Terrorismus zu leisten. Sie stellt eine vom Heiligen Stuhl unabhängige Körperschaft dar, die eine Kontrollfunktion einnimmt.

In der Pressemitteilung des Heiligen Stuhls wird erklärt: „Die Aif ist momentan in Verhandlungen mit analogen Organisationen anderer, darunter auch europäischer Länder, um ein Vereinbarungs-Memorandum zu unterzeichnen, das die gegenseitige Zusammenarbeit im Kampf gegen Geldwäsche und und Finanzierung von Terrorismus stärken soll.“

„Bis jetzt“, schließt der Text, „wurde das Memorandum von Organisationen in Belgien, Spanien, Slowenien und nun auch in den USA unterzeichnet. Es wird eine besonders wichtige Rolle im Kampf gegen die Geldwäsche spielen. Momentan laufen Verhandlungen mit rund 20 Organisationen anderer Länder, und es wird erwartet, noch dieses Jahr Vereinbarungen mit einigen von ihnen zu erreichen.“

Diese Neuigkeiten sind gute Nachrichten, denn sie stellen ein weiteres Modell der Organisation, der Geschäftsführung und der Leitung in der Vorgehensweise gegen Geldwäsche und Finanzterrorismus dar. Der Vatikan verpflichtet sich dabei, alle Risiken der Geldwäsche aufzudecken, die dadurch definiert werden, dass es sich um Aktivitäten oder Operationen handelt, die konkret mit einem Tatbestand der Geldwäsche oder der Finanzierung von Terrorismus verbunden sind, sowie auch mit anderen Risiken wie:

—Rufrisiken: Risiken, den Ruf oder das „Image“ der Investoren- oder Klienten-Gemeinschaft zu schädigen;

—gesetzliche Risiken: Risiken von Zinsverlusten durch Gesetz- oder Regulierungsbrüche; durch inner- oder außervertragliche Verantwortung oder andere Kontroversen, bei denen die Normen Anwendung finden;

—Verfahrensrisiken: Risiken des Verlustes durch Unangemessenheit oder Disfunktionalität der Prozeduren, des menschlichen Kapitals oder interner Systeme oder durch exogene Ereignisse.

Es handelt sich um eine schöne neue Seite im Dienst der Menschen von Seiten der Kirche.

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Anmerkung: Das „Financial Crimes Enforcement Network“ (FinCEN) ist ein Büro des Finanzministeriums der USA, das Informationen über finanzielle Transaktionen sammelt und analysiert, um Geldwäsche und Finanzierung von Terrorismus zu bekämpfen.