Akute Nahrungsmittelknappheit in Nordkorea

48% aller Kinder unter fünf Jahren sterben

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SEOUL, 5. Juli 2005 (ZENIT.org).- Die koreanische Caritas stellt 500.000 Dollar zur Verfügung, um der hungernden Bevölkerung Nordkoreas beizustehen. Das kommunistische Land ist mit der schwersten Hungersnot seit 1990 konfrontiert.



Zusätzlich verschärft wird die Situation in Nordkorea durch das Vorhaben der kommunistischen Regierung, die Lebensmittelrationen von bisher 250 Gramm auf 200 Gramm pro Tag zu reduzieren, den tiefsten Stand seit Januar 2001, wie die UN-Welternährungsorganisation ("Food and Agriculture Organization", FAO) berichtete.

200 Gramm bedeuten rund ein Drittel jener Kalorien, die der Mensch benötigt, um überleben zu können. Inoffiziellen Quellen zufolge sollen sich rund 3,6 Millionen alter Menschen, Kinder und schwangerer Frauen nur von Gemüsebrei ernähren.

In einem Bericht von "Radio Vatikan" wurde erklärt, dass das nordkoreanische Bruttossozialprodukt in den Jahren von 1993 bis 1998 von 991 Millionen Dollar auf 457 Millionen gesunken sei. Die Lebenserwartung sei im gleichen Zeitraum von 73,2 auf 66,8 Jahre gefallen und die Kindersterblichkeit von 14% auf 22% gestiegen. Die Sterblichkeitsrate unter Kindern, die jünger als fünf Jahre alt sind, sei von 27% auf 48% hinaufgeschnellt.

Das Welternährungsprogramm ("Word Food Program", WFP) der Vereinten Nationen warnte davor, dass mehr als 6,5 Millionen der 22 Millionen Nordkoreaner vom Hungertod bedroht seien.