Albanien: Besorgniserregender Trend

In der Türkei und Saudi-Arabien ausgebildete Imane fordern strengeren Islam

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MÜNCHEN, 27. Juli 2012 (ZENIT.org/KIN). - Das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not" blickt mit Sorge auf die Situation in Albanien. „Dort propagieren junge Imame einen anderen als den ortsüblichen Islam", beschreibt Peter Rettig, Südosteuropa-Referent des Hilfswerks, jüngste Entwicklungen in Albanien. „Es handelt sich um Gelehrte, die in der Türkei und Saudi-Arabien ausgebildet wurden und einen ‚reinen', strengeren Islam fordern", betont Rettig. Dieses Verhalten sorge in muslimischen Gemeinschaften für Spannungen, mancherorts aber auch gegenüber christlichen Gemeinden.

„Was mir Projektpartner berichtet haben, ist zwar nicht dramatisch, doch die Menge der Vorkommnisse zeigt einen besorgniserregenden Trend." Die Konflikte würden von außen hineingetragen, denn eigentlich sei Albanien Rettig zufolge eine Brücke nach Europa. Die überwiegende Mehrheit der Albaner lebe friedlich zusammen. Nicht zu übersehen sei jedoch seitens der Türkei und Saudi-Arabiens ein starkes Interesse an Albanien. Beide Länder würden unter anderem den Bau von Schulen massiv fördern. 

Zur Religionszugehörigkeit der albanischen Bevölkerung gibt es nach den Worten von Rettig keine verlässlichen Statistiken. Häufig sei nicht einmal klar, welcher Religion oder Konfession jemand überhaupt angehöre. Schätzungen zufolge bekennen sich rund 60 Prozent der 3,2 Millionen Albaner zum sunnitischen Islam. Etwa acht Prozent sind Bektashi, eine dem islamischen Sufismus nahe Glaubensrichtung. Die Zahl der orthodoxen Christen liegt bei 20, die der Katholiken bei knapp zehn Prozent.

„Kirche in Not" unterstützt seit Jahren die pastorale Arbeit in den fünf Diözesen Albaniens sowie in der Apostolischen Administration Südalbanien.