Albertina Berkenbrock (1919-1931) und Adílio Daronch (1908-1924)

Zwei brasiliansche Märtyrer und Selige

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 347 klicks

Albertina Berkenbrock wurde am 11. April 1919 in São Luís, Imaruí, Santa Catarina, in Brasilien geboren. Schon als Kind beeindruckte sie ihre Umgebung durch ihre tiefe Frömmigkeit und Nächstenliebe. Sie hob nicht von Kindern anderer sozialer Herkunft ab und kümmerte sich liebevoll um die Kinder eines Angestellten ihres Vaters, Maneco Palhoça. Eines Tages nutzte dieser das Vertrauen der kleinen Albertina grausam aus und lockte sie in einen Hinterhalt. Albertina wehrte sich standhaft gegen ihn. Deshalb tötete Maneco Albertina das kleine Mädchen, indem er ihr die Kehle mit einem Messer durchschnitt. Albertina starb am 15. Juni 1931. Sie wurde auf dem Friedhof von São Luís beigesetzt, später wurden ihre sterblichen Überreste in die Kirche von São Luís überführt.

Der Täter wurde wenig nach der Tat festgenommen und zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Gefängnis gestand er seinen Mitgefangenen, Albertina getötet zu haben, weil sie sich ihm widersetzt habe. Doch gerade dieser Umstand war grundlegend, den Tod der kleinen Albertina als Martyrium anzuerkennen. 1952 begann der Seligsprechungsprozess. Albertina wurde am 20. Oktober 2007 auf dem Domplatz von Tubarão (Santa Catarina)in Brasilien seliggesprochen.

Adílio Daronch (1908-1924) wurde am 25. Oktober 1908 in Dona Francisca, Cachoeira do Sul in Rio Grande do Sul geboren. Adílio war als Jugendlicher Messdiener und begleitete Bruder González auf dessen langen und gefährlichen Pastoralreisen, die die Gruppe bis tief ins Landesinnere führte. Auf ihrem Weg begegneten die Missionare einer Gruppe Revolutionäre, die Anstoß daran nahm, dass der Bruder und seine Gehilfen Todesopfer lokaler Banden beerdigt hatten. Die Gläubigen vor Ort warnten die Missionare, die ihren Weg aber wie geplant fortsetzten. Am 20. Mai 1924 hielt die Gruppe an, um nach dem Weg zu fragen. Militärs boten ihnen an, sie bis Três Passos zu begleiten. Doch das Angebot stellte sich als Falle heraus; die Missionare wurden in ein entlegenes Waldgebiet gebracht, an Bäume gebunden und am 21. Mai 1924 erschossen.

Nach vier Tagen fand man ihre sterblichen Überreste trotz der Gegenwart wilder Tiere unversehrt vor. Die Toten wurden in der Nähe bestattet. Erst 1964 wurden ihre Gebeine exhumiert und in die Kirche von Nonoai überführt. An dem Ort, wo sie ihr Martyrium erlitten hatten, wurde ein Monument errichtet. Ihr Martyrium wurde am 16. Dezember 2006 durch Benedikt XVI. bestätigt. Am 21. Oktober 2007 erfolgte ihre Seligsprechung durch Kardinal José Saraiva Martins in der Kathedrale von Sant’Antonio in Federico Westphalen.