Allein die Nahrung die Gott uns gibt ist sättigend

Papstmesse zu Fronleichnam

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 420 klicks

Am heutigen Fronleichnamsfest feierte Papst Franziskus die heilige Messe auf dem Vorplatz der römischen Basilika San Giovanni in Laterano. Im Anschluss begab er sich in einem geschlossenen Wagen zur Basilika von Santa Maria Maggiore, wo er auf die Prozession mit dem Heiligen Sakrament wartete, um den Segen zu erteilen. In seiner Predigt während der Messe sagte Papst Franziskus, man müsse die negativen Ereignisse der Vergangenheit mit der Hilfe Gottes überwinden und nicht über eine „kranke Erinnerung weinen“. Er sagte:

„Die Einladung ist, zum Existenziellen zurückzukehren, zur vollkommenen Abhängigkeit von Gott, als das Überleben seinen Händen anvertraut war, weil der Mensch verstand, dass man nicht nur vom Brot lebt, sondern… von dem, was aus dem Mund des Herrn kommt.“

Papst Franziskus sagte, über den leiblichen Hunger hinaus habe der Mensch einen Hunger, der nicht durch Nahrung gestillt werden könne: Ein Hunger nach Leben, nach Liebe und nach Ewigkeit. Der Papst sagte, Jesus gebe diese Nahrung durch seinen Leib. Der Leib Christi sei in der Lage, ewiges Leben zu geben, denn das Wesen dieses Brotes sei Liebe. Er fuhr fort:

„Die Erfahrung des Glaubens zu machen bedeutet, sich vom Herrn nähren zu lassen und die eigene Existenz nicht auf materiellen Dingen aufzubauen, sondern auf der Realität, die nicht vergeht: auf den Gaben Gottes, auf sein Wort und auf seinen Leib.“

Jedoch gebe es viele „Angebote von Nahrung“, die nicht vom Herrn kommen und bei oberflächlicher Betrachtung zufriedenstellender zu sein scheinen, wie Geld, Selbstherrlichkeit, Macht und Stolz. Er sagte:

„Die Nahrung, die uns wirklich nährt und uns satt macht, ist nur die, die uns der Herr gibt! Die Nahrung, die uns der Herr gibt, ist anders als die anderen und vielleicht kommt sie uns nicht so appetitlich vor, wie Dinge, die uns die Welt anbietet. Also träumen wir von anderen Mahlzeiten, wie die Juden in der Wüste, die dem Fleisch und den Zwiebeln nachweinten, die sie in Ägypten gegessen hatten, und dabei vergaßen, dass sie diese Dinge am Tisch der Sklaverei bekommen hatten.“

In diesen Momenten sei ihre Erinnerung „krank“ gewesen, selektiv, so der Papst. Er fügte die Frage an, ob die Menschen am Tisch des Herrn oder an demjenigen der Sklaverei essen möchten.

„Der Vater sagt uns: ‚Ich habe dir Nahrung gegeben, die du nicht kanntest.‘ Gewinnen wir die Erinnerung wieder: Das ist die Aufgabe, die Erinnerung wiederzuerlangen; und lernen wir, das falsche Brot zu erkennen, das enttäuscht und zerstört, denn es entsteht aus dem Egoismus, dem Sich-Selbst-Genügen und der Sünde.“

Im Hinblick auf die anschließende Prozession unterstrich Papst Franziskus, dass die Eucharistie die Nahrung aller sei, Vermittlerin des Herrn, der sich selbst allen hingebe.

„An ihn wenden wir uns im Vertrauen: Jesus, bewahre uns vor den Versuchungen der weltlichen Nahrung, die uns zu Sklaven macht: Es ist vergiftete Nahrung; reinige unsere Erinnerung, bis dass sie nicht mehr Gefangene der egoistischen und weltlichen Selektivität ist, sondern eine Erinnerung ist, die durch deine Präsenz in der Geschichte deines Volkes lebendig ist, eine Erinnerung, die durch deine Geste der befreienden Liebe bleibend ist.“