Allen Christus bringen - trotz Hindernissen und Schwierigkeiten

Benedikt XVI. an die chilenischen Bischöfe

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ROM, 4. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Stark im eigenen Glauben sollten die Christen die Hoffnung des Evangeliums in alle Bereiche der Gesellschaft tragen. Mit diesen Worten wandte sich am heutigen Vormittag Papst Benedikt XVI. an die Bischöfe Chiles, die zur abschließenden Audienz ihres Ad-limina-Besuchs empfangen worden sind. Der Heilige Vater setzte den Akzent auf die großen Herausforderungen, vor denen die Kirche Chiles steht. Dabei geht es um die Erneuerung des missionarischen Engagements, die geistliche und menschliche Bildung der Jugend sowie die Unterstützung der Ärmsten.

 

Alle Sektoren der Gesellschaft könnten durch das Licht des Glaubens Erleuchtung finden, so Benedikt XVI. Zu diesen gehörten die Welt der Kultur, der Wissenschaft und der Politik. Des weiteren erwähnte der Papst eigens die Förderung der auf der Ehe zwischen Mann und Frau gegründeten Familie, die Schaffung gerechterer Arbeitsbedingungen, die Hilfeleistung gegenüber den am meisten Benachteiligten, den Schutz der Umwelt und des menschlichen Leben „in allen Phasen seines Daseins". Schließlich betonte er das Recht und die Pflicht der Eltern zur moralischen und geistlichen Erziehung ihrer Kinder.

Benedikt XVI. zeigte sich der Schwierigkeiten und Hindernisse bei diesen Unterfangen bewusst. Im Vertrauen auf die Verheißung des Herrn, dass er „mit uns bis zum Ende der Welt“ ist, sei es möglich, mit Begeisterung der großen Aufgabe entgegenzutreten, Christus eifrig, wie die Apostel, zu allen Menschen zu bringen.

Deshalb forderte der Heilige Vater die Bischöfe dazu auf, ein intensives und inniges Leben aus dem Glauben zu pflegen, da durch die innige Beziehung mit Christus im Gebet die besten pastoralen Initiativen heranreiften, die in angemessener Weise den geistlichen Bedürfnissen des Volkes entsprächen.

Gehe man von Gott aus, werde es möglich sein, die Menschen mit einem wirksamen Wort der Hoffnung zu erreichen.

Der Papst ging dann auf die Herausforderungen ein, vor die die Kirche Chiles durch die Generalversammlung der lateinamerikanischen Bischöfe in Aparecida gestellt wurde und die von den Bischöfen in den pastoralen Orientierungslinien für die kommenden vier Jahre zusammengefasst worden sind.

Diese Orientierungslinien hätten die Absicht, in allen Gläubigen „die Freude an der Nachfolge Christi“ zu erwecken. Ebenso solle ein größeres missionarisches Bewusstsein gefördert werden, durch das es allen chilenischen Gemeinschaften möglich werde, mit wahrer Begeisterung den Herausforderungen der Gegenwart entgegenzutreten.

Dieses „große Werk der Evangelisierung“ fordere von allen „eine besondere Anstrengung der Läuterung und der Liebe“. Der moderne Mensch spüre das dringende Bedürfnis nach Vorbildern, die wahrhaft nach dem Evangelium ausgerichtet und konsequent seien.

Aus diesem Grund „ist die Heiligkeit aller Glieder der Kirche und besonders ihrer Hirten eine der wertvollsten Gaben, die angeboten werden können“, so Benedikt XVI. In diesem Zusammenhang erinnerte der Heilige Vater an das „wunderbare Zeugnis“ der vielen chilenischen Seligen und Heiligen. Sie seien ein Erbe nicht nur für die Kirche, sondern für die gesamte chilenische Gesellschaft.

Einen besonderen Gedanken verwandte der Papst auf die Priester. Er forderte die Bischöfe dazu auf, ihnen in schwierigen Augenblicken nahe zu stehen. Gleichzeitig solle ihnen geholfen werden, den Vorrang immer dem Gebet und der Feier der Eucharistie zu gewähren, die sie „Christus gleichförmig macht“. Ebenso sollten die Bischöfe sich weiterhin bemühen, die Qualität der menschlichen, intellektuellen und geistlichen Bildung der Seminaristen zu verbessern.

Gleichzeitig sei es notwendig, die Berufungsdimension des christlichen Lebens in der Jugendseelsorge zu stärken. Dies solle durch eine angemessene geistliche Begleitung geschehen, durch die es den Jugendlichen ermöglicht werde, großherzig auf den Ruf Jesu zu antworten.

Abschließend verwies der Papst die Bischöfe auf die Notwendigkeit, weiterhin den Laien eine angemessenen Erziehung im Glauben zukommen zu lassen und einen engeren Kontakt mit dem Wort Gottes zu begünstigen. Hinsichtlich des Einsatzes für die Armen rief Benedikt XVI. das Vorbild der Urgemeinde in Erinnerung: Die Kirche solle als „Familie Gottes ein Ort der gegenseitigen Hilfe“ sein.