Alleskönner-Stammzellen auch ohne Zerstörung von Embryonen möglich

IMABE fordert klares Verbot der embryonalen Stammzellforschung in Österreich

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WIEN,  25. März 2009 (ZENIT.org).- In einer am Montag präsentierten Empfehlung plädieren 17 der 25 Mitglieder Österreichischen Bioethikkommissionsmitglieder für die komplette Freigabe der sogenannten „überzähligen Embryonen“ zu Forschungszwecken und die Herstellung von eigenen Stammzelllinien in Österreich, die legale Herstellung von „therapeutischen“ Klonembryonen sowie von Mensch-Tier-Chimären und die Ermöglichung von Eizellenspenden durch Frauen.

Das „Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik“ hat jetzt in einer Erklärung darauf hingewiesen, das diese Entscheidung gemäß dem Stand zum einen nicht notwendig sei, und zum anderen in vielen Ländern ethisch unerlaubt bliebe. Kein geringerer als der Entdecker der induzierten pluripotenten Stammzellen (IPS) und Pionier der Stammzellforschung, Shinya Yamanaka von der Universität Kyoto gehört zu denen, die darauf setzten statt neue embryonale Stammzelllinien für Forschungszwecke herzustellen. „Derzeit bestehen schon weltweit 500 solcher Linien“, erklärt IMABE.

Was die Herstellung von Mensch-Tier-Chimären („Hybride“) anginge, um daraus humane embryonale Stammzellen herzustellen verweist IMABE auf eine Studie des US-Stammzellpioniers Robert Lanza, die Anfang Februar 2009 veröffentlicht worden ist. Sie habe „ernüchternd gezeigt, dass sich aus den so hergestellten Mix-Embryonen die begehrten Stammzellen nicht entwickeln konnten“.

„Kein geringerer als Dolly-Schöpfer Ian Wilmut nahm enttäuscht zur Kenntnis, ‚dass die Erzeugung von patientenspezifischen Stammzellen auf diesem Weg nicht machbar’ sei (Cloning and Stem Cells, 2/2009)“ so die Erklärung.

Man frage sich, „wie die weiblichen Mitglieder der Kommission diesem frauenfeindlichen Antrag zustimmen konnten“, „als Rohstofflieferantinnen von Eizellen ‚abgeerntet’ werden zu dürfen“, so IMABE.

Derzeit ist in Österreich die Gewinnung von embryonalen Stammzellen aus Embryonen, die nach einer künstlichen Befruchtung „übrig bleiben“ durch das Fortpflanzungsmedizingesetz verboten.

„Fünf Mitglieder der Bioethikkommission legen in einem zukunftsweisenden Entwurf dar, wie sich dies mit Wissenschaftsförderung vereinbaren lässt: Ein klares Ja zur Grundlagenforschung, ein klares Ja zur Forschungsfreiheit und ein klares Ja zur Achtung der Würde des Menschen von Anfang an“, erklärt IMABE.

„Die Freiheit der Forschung hat eine Grenze: die Menschenrechte. Das menschliche Leben zu instrumentalisieren, selbst für scheinbar viel versprechende wissenschaftliche und medizinische Projekte, ist unvereinbar mit der Würde des Menschen“.

„Es gibt ethisch sauberer und wissenschaftlich attraktive Alternativen zur embryonalen Stammzellforschung. Die Zukunft für neue Therapien sieht die Scientific Community in den künstlich verjüngten humanen Alleskönnerzellen (induzierte pluripotente Stammzellen) als ethisch sauberem Weg und in den adulten Stammzellen. Beide können auch ohne Zerstörung von Embryonen gewonnen werden“ so IMABE und erklärt abschließend: „Es gibt Alternativen. Dieses Signal kann Österreich setzen: Ethisch sauber forscht es sich am besten“.