Als sie in Betlehem waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft (Lk 2,6 f)

Geburt in einer Grotte

| 707 klicks

VATIKANSTADT, 14. Dezember 2012 (ZENIT.org).- Betrachtung zum Weihnachtsevangelium von Papst Benedikt:

„Als sie dort (in Betlehem) waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft..(Lk 2,6 f)"

Schon bei Justin dem Märtyrer und bei Origines finden wir die Überlieferung, dass der Ort der Geburt Jesu eine Grotte gewesen sei, die von den Christen in Palästina vorgezeigt wurde. Dass Rom nach der Vertreibung der Juden aus dem Heiligen Land im 2. Jahrhundert die Grotte in eine Kultstätte des Tammuz-Adonis umwandelte und damit offenbar den christlichen Gedächtniskult beseitigen wollte, bestätigt das Alter dieser Kultstätte und zeigt auch, wie wichtig sie von römischer Seite eingeschätzt wurde. Lokaltraditionen sind häufig eine verlässlichere Quelle als schriftliche Aufzeichnungen. So darf man der bethlehemitischen Ortsüberlieferung, auf die auch die Geburtskirche zurückgeht, ein beträchtliches Maß an Glaubwürdigkeit zuerkennen.

[Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.: Jesus von Nazareth, Prolog: Die Kindheitsgeschichten, Herder, Freiburg 2012, S. 77]