Am kommenden Mittwoch wird das Magdala-Center eingeweiht werden

Morgen wird Papst Franziskus den Tabernakel des neuen Pilgerzentrums am Meer von Galiläa segnen

Rom, (ZENIT.org) Luca Marcolivio | 389 klicks

Am kommenden Mittwoch, dem 28. Mai, wird der erste Teil des Magdala-Zentrums offiziell eingeweiht werden. Dabei handelt es sich um ein Pilger- und geistliches Zentrum, das am Ufer des Meeres von Galiläa entstehen wird.

Die Einrichtung verfügt über einen archäologischen Park, in dessen Innerem die Überreste des Dorfs von Maria Magdalena entdeckt wurden; unter anderem von einer Synagoge, in der Jesus mit Sicherheit gebetet hat. Die Koordination des Projektes übernahm die Kongregation der Legionäre Christi.

Am Montag, dem 26. Mai 2014, wird Papst Franziskus im Zuge seines Besuchs von Jerusalem die Einweihung des Tabernakels der Kirche „Duc in altum“ des Magdala-Zentrums vornehmen.

Im Rahmen der Einweihung des ersten Teils des Magdala-Zentrums wird der archäologische Park im Beisein der israelischen Autoritäten am Mittwoch offiziell eröffnet werden.

Anschließend wird die Weihe zum Pilgerzentrum mitsamt einer Einweihungsmesse der Kirche stattfinden. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, wird der Feier vorstehen. Der morgen vom Papst zu weihende Tabernakel wird in die Kirche gebracht werden.

Zu diesem Anlass führte ZENIT ein Gespräch mit Pater Juan María Solana LC, Leiter des Päpstlichen Institutes Unserer Lieben Frau von Jerusalem sowie des Projektes.

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Zwei Tage nach der Abreise des Heiligen Vaters wird das Magdala-Zentrum eingeweiht werden. Welche Bedeutung hat die zeitliche Nähe der beiden Ereignisse Ihrer Meinung nach?

Das zeitliche Zusammentreffen war erwünscht. Wir haben sehr auf einen Besuch des Papstes in Galiläa gehofft, doch es war nicht möglich. Wir haben Verständnis für die Pläne des Papstes und begegnen diesen mit großem Respekt. Da einige Freunde und Wohltäter dem Papst heute anlässlich der Weihe des Tabernakels begegnen werden, wollten wir die Einweihung der Kirche so früh wie möglich ansetzen, sodass sie gleichsam mit Papst Franziskus und diesem ausgeprägt europäischen Besuch „verbunden“ bleibt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass das Projekt des Magdala-Zentrums in einem zutiefst ökumenischen Licht entstanden ist. Die neue Einrichtung wird zu den heiligen Orten des Evangeliums gezählt werden und besonders mit den Frauen des Evangeliums und daher allen glaubenden und Jesus liebenden Frauen in Verbindung gebracht werden. Sie wird gleichsam ein Fenster sein, das in die Tiefe der Botschaft des Evangeliums führt.

Wie bereitet sich die Heilige Stadt auf die Ankunft des Heiligen Vaters vor? Wie erleben die katholischen, orthodoxen, jüdischen und muslimischen Einwohner das Ereignis?

Bekanntlich begegnen die einfachen Menschen Papst Franziskus mit großer Zuneigung. Selbstverständlich sind nicht alle begeistert von der zunehmenden Bedeutung der Kirche als moralische Instanz. Allerdings glaube ich, dass sich der überwiegende Teil der Menschen darüber freut, Papst Franziskus zu empfangen und ihm zuhören zu können. Leider lassen die Sicherheitsvorkehrungen keine große physische Annäherung des Papstes an die Menschen zu. Ich denke, dass dieser Umstand sowohl den Papst als auch die Menschen traurig stimmt.

Verstärkt die Pastoralvisite von Papst Franziskus den Zustrom der Pilger?

Meiner Meinung nach nicht unmittelbar. Vielmehr rief der Kustos des Heiligen Landes, Pater Pierbattista Pizzaballa, die Gläubigen dazu auf, den Papst zu begleiten. Ich denke jedoch, dass das Heilige Land in diesen Tagen auf den Fernsehbildschirmen in aller Welt zu sehen ist. Das wird indirekt einen sehr starken Anreiz auf die Pilger ausüben, sich in das Heilige Land zu begeben. Dies geschah auch vor fünf Jahren beim Besuch von Papst Benedikt.

Wie erleben die Pilger des „Notre Dame Center“ das Warten auf die Ankunft des Papstes?

Auch wenn der Papst aus den genannten Sicherheitsgründen nach „Notre Dame“ kommen wird, wurden wir darum gebeten, alle Einwohner von Notre Dame unter Tags fern zu halten. Nach dem Mittagessen des Papstes wird für eine kleine Gruppe eingeladener Gäste eine kurze aber bedeutungsvolle Feier in der Kirche von Notre Dame abgehalten werden: die Weihe des Tabernakels der Kirche von Magdala, die nach dem Besuch des Papstes am Mittwoch, dem 28. Mai, ebenso eingeweiht werden wird. Diese Wenigen sind von großer Begeisterung erfüllt und bereiten sich mit ihrer Zuneigung und in Form von Gebeten auf die Begegnung mit dem Papst vor.

Das heute stattfindende gemeinsame Gebet von Papst Franziskus und Patriarch Bartholomäus in der Grabeskirche kennzeichnet ein historisches Ereignis. Birgt diese Pilgerfahrt Ihres Erachtens die Möglichkeit einer bedeutenden Änderung der Geschichte der katholisch-orthodoxen Ökumene?

Sicherlich. Denken wir dabei jubelnd an die Begegnung zwischen Papst Paul VI. und Papst Athenagoras. Damals waren unsere ökumenischen Beziehungen jedoch nicht die gleichen. Daher denke ich, dass wir uns in 50 Jahren fragen können, wie fruchtbar diese Begegnung war. Die Beziehungen von Papst Paul VI. waren geprägt von Wärme und Zärtlichkeit. Meines Erachtens treten diese Eigenschaften bei Papst Franziskus noch stärker hervor. Ich halte gerade diese Menschlichkeit für förderlich für eine dem ökumenischen Dialog gerechte Gesinnung.