Amalberga von Temse (8. Jh.)

Eine Nonne und Mystikerin aus Flandern

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 296 klicks

Amalberga stammte aus einem belgischen Adelsgeschlecht. Von ihrer Tante Landrada, die Äbissin in Munsterbilzen war, wurde das junge Mädchen ausgebildet. Auch Amalberga wählte das Gott geweihte Leben und wurde Nonne.

Wie Legenden berichten, soll Amalberga das Heiratsgesuch Karl Martells, des fränkischen Hausmeiers, abgelehnt haben. Andere Quellen erwähnen, es sei Karl der Große gewesen, der um die Hand der jungen Frau angehalten habe. Weiter wird erzählt, dass sie dem Brautwerber den Arm gebrochen habe, als er versucht habe, sie vom Altar weg und zu sich hin zu bewegen. Vielleicht ist sie deshalb auch eine Patronin für Arm- und Schulterschmerzen.

Amalberga gilt als Mystikerin; in ihrem Leben erfuhr sie zahlreiche Visionen. Auch viele Wunder werden ihr zugeschrieben: Amalberga heilte einen Kaiser, der an einer Krankheit litt; sie ließ an einer trockenen Stelle einen Brunnen entstehen.

Amalberga starb im Jahr 772 im heutigen Temse in Flandern. Ihre Überreste wurden vermutlich 864 in die Sankt Petersabtei in Gent überführt. Die Verehrung Amalbergas hatte rasch zugenommen, und viele Pilger kamen nach Gent, um dort die Heilige zu verehren. Ihr Gedenktag ist der 10. Juli.

Die Ursprünge der Sankt Petersabtei gehen auf siebte Jahrhundert zurück. Der Missionar Amandus soll den Grundstein gelegt haben. Zu großer Blüte gelangte die Abtei, nachdem Arnulf I. (918-965) dem Kloster ein beträchtliches Vermögen hinterlassen hatte, in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts und wurde zu einem der wohlhabendsten Klöster Flanderns. Es unterstand der benediktinischen Regel.