Amelberga von Susteren (8./9. Jahrhundert)

Erste Äbtissin des Frauenstifts

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 348 klicks

Amelberga von Susteren war eine Äbtissin im Kloster Susteren. Susteren liegt in der Nähe von Roermond. Die Abtei in Susteren wurde im 8. Jahrhundert gegründet. Pippin der Mittlere und seine Frau Plektrudis hatten dem heiligen Willibrord für das Kloster, von dem heute nur noch die Basilika erhalten ist, einen Übertragungs- und Schutzbrief übergeben. In dem Kloster lebten vor allem Missionare aus Friesland und den Niederlanden. Im 9. Jahrhundert musste es neu aufgebaut werden, da es zuvor von Wikingern zerstört worden war. Das Kloster wurde 882 aber nicht in seiner ursprünglichen Form wiederbelebt, sondern als Frauenstift eingerichtet, das der Regel des heiligen Benedikt folgte.

Die heilige Amelberga von Susteren war die erste Äbtissin des neuen Frauenstifts. Der Überlieferung zufolge sollen in dem Kloster auch die Töchter des Königs von Lothringen, Zwentibold, Benedicta, Caecilia und Renlindis, erzogen worden sein.

Amelberga starb um 900. Ihre Gebeine befinden sich heute noch in der Basilika von Susteren. Die Amelbergakerk wurde 1886 der Heiligen geweiht, nachdem die Echtheit ihrer Reliquien bezeugt worden war.

Amelberga fand zum ersten Mal Erwähnung im Jahr 1147, als ihr Name im Zusammenhang mit einem Trinkbecher in einem Reliquieninventar aufgeführt wurde. In Reliquieninventaren aus dem Jahr 1168 wurde der Trinkbecher erneut genannt. 1794, beim Einfall der französischen Truppen, gelang es den Schwestern, einen Teil der Reliquien zu verstecken und vor den Übergriffen zu retten.