Anacleto González Flores, der mexikanische Ghandi

Seligsprechung am 20. November in Guadalajara (Mexiko)

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GUADALAJARA, 8. September 2005 (ZENIT.org).- Einer der 13 mexikanischen Märtyrer, die am 20. November in der Erzdiözese Guadalajara (Mexiko) selig gesprochen werden sollen, ist Anacleto González Flores (1888-1927).



Der vom mexikanischen Volk liebevoll als "Meister Cleto" angeredete Ehemann und Vater zweier Kinder gründete die katholischen Vereinigung der mexikanischen Jugend von Guadalajara ("Asociación Católica de la Juventud Mexicana", ACJM) sowie die als "U" bekannt gewordene Volksunion ("unión popular"), der Arbeiter, Frauen und Bauern angehörten. In der Zeit der Kirchenverfolgung in Mexiko brachte er einen Großteil seiner Zeit damit zu, den Glauben zu verbreiten und mit allen friedlichen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen, für das Recht auf Religionsfreiheit einzutreten.

Weil er in der Zeit des Religionskrieges (1926-1929) überzeugter Pazifist blieb und das Prinzip der Nicht-Gewaltanwendung bis zu seinem Tod hochhielt, kannte man González Flores auch als den "mexikanischen Gandhi".

Unermüdliche Glaubensverkündigung

Anacleto González Flores wurde im Juli 1988 in Tepatitlán, Bundesstaat Jalisco (Mexiko), geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Nach verschiedenen Erwerbstätigkeiten schloss der Sohn eines Webers, der sich in den Priesterseminaren von San Juan des los Lagos und Guadalajara ursprünglich auf den Empfang der Priesterweihe vorbereitet hatte, im Jahr 1921 sein Jurastudium ab. Vier Jahre später wurde er für seine unermüdliche Glaubensverkündigung unter der armen Bevölkerung sowie für sein mutiges öffentliches Eintreten für die Religionsfreiheit von Papst Pius XI. mit dem Ehrenkreuz "Ecclesia et Pontifice" ausgezeichnet.

Gegen jede Gewaltanwendung

Bis zuletzt wehrte sich González Flores entschieden dagegen, dass man seine Volksunion mit dem Bündnis zur Verteidigung der Religionsfreiheit ("Liga Nacional Defensora de la Libertad Religiosa") in Verbindung brachte, die der mexikanischen Regierung unter Plutarco Elías Calles 1926 den Krieg erklärt hatte. Vom Strudel der Ereignisse mitgerissen, musste er sich schließlich doch damit abfinden, dass seine Organisation in den bewaffneten Freiheitskampf eingetreten war. Am 31. März 1927 wurde er verhaftet, am darauf folgenden Tag erlitt er im Alter von 38 Jahren das Martyrium: An den Daumen wurde er aufgehängt und mit der scharfen Spitze eines Bajonetts gefoltert, weil man sich erhoffte, von ihm die Aufenthaltsorte des damaligen Erzbischofs von Guadalajara und der Anführer der Cristeros-Revolution zu erfahren. Anschließend wurde er getötet.