Andreas

Apostel und Märtyrer

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ROM, 30. November 2012 (ZENIT.org). – Andreas, der in der Reihe der Apostel traditionell an zweiter Stelle steht, wird in den Evangelien als Bruder des Simon Petrus bezeichnet. Beide waren als Fischer tätig (Mk. 1,16). Andreas war während des Abendmahls, bei der Himmelfahrt und beim Pfingstwunder zugegen.Wie die Legende berichtet, missionierte Andreas in Kleinasien und in Griechenland.

Die „Legenda Aurea“ des Jacobus de Voragine erzählt vom Leben des Heiligen. Demnach war ein Jünger dem Apostel gefolgt, allerdings gegen den Willen seiner Eltern, die daraufhin das Haus aufsuchten, in dem sich Andreas und sein Jünger aufhielten. Der Versuch der Eltern, das Gebäude in Brand zu stecken, scheiterte, da der Jünger das lodernde Feuer unverzüglich löschen konnte. Den Eltern gelang es ebensowenig, sich mit einer Leiter Zugang zu dem Haus zu verschaffen. Sie wurden unvermittelt blind und starben 50 Tage nach dem Ereignis. Die Schaulustigen, die herbeigelaufen waren, um das Spektakel von nahem zu sehen, bekehrten sich alle zum christlichen Glauben.

Die Legende berichtet von vielen Wundern und Heilungen, die der Apostel Andreas vornahm. So befreite er die Stadt Nizäa von sieben Dämonen. Andreas beschwor und verwandelte sie in Hunde, die auf sein Wort gehorchten und die Gegend verlieβen. Wie sich jedoch herausstellte, bissen sie bei ihrem Streifzug einen jungen Mann zu Tode. Als Andreas davon erfuhr, ging er zu dem Leichnam und erweckte ihn zum Leben. Der junge Mann begleitete den Apostel anschlieβend auf seinem Weg.

Während Andreas in Griechenland als Missionar unterwegs war, konnte er viele Menschen zum christlichen Glauben bekehren, darunter auch die Frau des Statthalters Egea. Egea, der den Glauben seiner Frau Maximilla nicht teilte, wollte alle Christen zwingen, den Göttern zu opfern. Andreas widersetzte sich dem Befehl des Statthalters und lobpreiste das Kreuzholz. Egea entgegnete, dass Andreas genau an dem Holz hängen werde, das er so preise. Der Apostel nahm sein Todesurteil gelassen entgegen und lieβ sich an das Kreuz binden.

Noch zwei Tage soll Andreas vom Kreuz aus gepredigt haben. Maximilla begrub seinen Leichnam, der Statthalter starb.

Die Gebeine des Heiligen wurden 357 in die Apostelkirche in Konstantinopel verbracht. Im Jahr 1208 wurden einige der Reliquien entwendet und gelangten nach Capua, wo sie in der Krypta des Domes Sant’Andrea ruhen. Einige Reliquien des Apostel befinden sich in Edinburgh in der St. Mary’s Cathedral in Schottland. Die angebliche Kreuzreliquie wird in der Kirche Notre-Dame in Beaune aufbewahrt. [bd]