Angeblich neu entdecktes „Jesus-Grab“ seit 27 Jahren bekannt

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ROM/NEW YORK/JERUSALEM, 1. März 2007 (ZENIT.org).- Beim vermeintlich neu entdeckten „Jesus-Grab“, das am Montag in New York bei einer Presskonferenz mit Oscarpreisträger James Cameron (Regisseur von „Titanic“) als Sensationsfund vorgestellt wurde, handelt es sich nach Worten von Fabrizio Bisconti, dem Sekretär der Päpstlichen Kommission für christliche Archäologie, um ein seit Jahren bekanntes Grab.



Gegenüber „Radio Vatikan“ stellte der Fachmann klar: „Diese angebliche Neuentdeckung ist in Wahrheit eine Entdeckung aus dem Jahr 1980 im Jerusalemer Vorort Talpiot. Der Archäologe Amos Kloner hat das damals vorgestellt und auf sehr klare Weise erklärt, was es mit den Inschriften auf sich hat, Jesus, Martha, Maria. Diese Namens-Inschriften waren im ersten Jahrhundert nach Christus sehr verbreitet. Allein die Inschrift ‚Jeshua bar Joseph‘, also ‚Jesus, Sohn des Joseph‘ existiert mehr als 70 Mal. Das Grab kann also keineswegs als Jesus-Grab bezeichnet werden.“

Bisconte betonte: „Das hier ist Fantasie-Archäologie. Das Phänomen, eine den historischen Tatsachen nicht entsprechende Wahrheit zu behaupten, begann ja praktisch schon mit dem Christentum. Wahrscheinlich müssen wir uns an diese falschen Enthüllungen gewöhnen.“

Das Jerusalemer Forschungszentrum „Studium Biblicum Franciscanum“ nannte die Entdeckung des Grabes ein Phänomen, in dem „erfundene Archäologie, Werbung und Verkauf“ zusammenfielen.

Im Dokumentarfilm „The Lost Tomb of Jesus“ („Das verschwundene Jesus-Grab“), bei dem James Cameron Regie führte, wird behauptet, dass die Grabstätte der Familie Jesu nun gefunden worden wäre und dass Jesus, mit Maria Magdalena verheiratet, einen Sohn gehabt hätte.

Zu diesen neuen Gräberfunden erklärt das erwähnte Forschungszentrum: „Wir erwarten sehnsüchtig, dass die Versteigerung dieser ,höchst kostbaren‘ Überreste wer weiß wann und in welchem Auktionshaus stattfinden wird.“