Angelusgebet von Papst Benedikt XVI. auf der Cimangola-Ebene von Luanda

„Unser Gebet steigt heute aus Angola auf, aus Afrika, und umarmt die ganze Welt“

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LUANDA/ANGOLA, 23. März 2009 (ZENIT.org).- “Unser Gebet steigt heute aus Angola auf, aus Afrika, und umarmt die ganze Welt“, erklärte Papst Benedikt XVI. gestern, am vierten Fastensonntag (Laetare), bei seiner Ansprache zum Angelusgebet hat. Der Heilige Vater ermutigte alle bei seinem Abschied vom afrikanischen Kontinent, aus dem Ja Mariens zu leben.


Außerdem rief Papst Benedikt mit Blick auf den ganzen Kontinent am Ende seiner beiden Pastoralreisen nach Kamerun und Angola dazu auf, im Süden Afrikas „Unsere Liebe Frau in besonderer Weise darum zu bitten, für den Frieden, die Umkehr der Herzen und das Ende des Krieges in der nahe gelegenen Region der Großen Seen Fürsprache zu halten“.

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Liebe Brüder und Schwestern!

Am Ende unserer Eucharistiefeier, während sich mein Pastoralbesuch in Afrika seinem Ende zuneigt, wenden wir uns nun an Maria, die Mutter des Erlösers, um sie um die liebevolle Fürsprache für uns, unsere Familien und unsere Welt zu bitten.

Bei diesem Gebet des Angelus gedenken wir des uneingeschränkten „Ja“ Marias zum Willen Gottes. Durch den Gehorsam im Glauben der Jungfrau ist der Sohn in die Welt gekommen, um uns Vergebung, Heil und Leben in Fülle zu bringen. Christus ist, ausgenommen die Sünde, Mensch wie wir geworden und hat uns daher die Würde und den Wert eines jeden Gliedes der Menschheitsfamilie gelehrt. Er ist gestorben für unsere Sünden, um uns in der Familie Gottes zu sammeln.

Unser Gebet steigt heute aus Angola auf, aus Afrika, und umarmt die ganze Welt. Ihrerseits sollen die Männer und Frauen überall auf der Welt, die sich unserem Gebet anschließen, ihre Augen auf Afrika richten, auf diesen großen Kontinent, der so voller Hoffnung ist, aber auch so sehr nach Gerechtigkeit, Frieden, einer gesunden und ganzheitlichen Entwicklung dürstet, die seinem Volk eine Zukunft des Fortschrittes und des Friedens sicherstellen kann.

Heute empfehle ich eurem Gebet die Arbeit der Vorbereitung für die kommende 2. Sonderversammlung der Bischofssynode für Afrika, die für Ende des Jahres vorgesehen ist. Inspiriert durch den Glauben an Gott und im Vertrauen auf die Verheißungen Christi mögen die Katholiken dieses Kontinents in immer vollerer Weise Sauerteig der dem Evangelium entstammenden Hoffnung für alle Menschen guten Willens werden können, die Afrika lieben, sich dem materiellen und geistlichen Fortschritt seiner Kinder sowie der Verbreitung des Friedens, des Wohlstandes, der Gerechtigkeit und der Solidarität im Blick auf das Gemeinwohl widmen.

Die Jungfrau Maria, Königin des Friedens, führe weiterhin das Volk Angolas in der Aufgabe der nationalen Versöhnung nach der zerstörerischen und unmenschlichen Erfahrung des Bürgerkrieges. Ihre Gebete mögen für alle Angolaner die Gnade einer echten Vergebung, der Achtung für die anderen und der Kooperation erlangen, die allein das immense Werk des Wiederaufbaues voranbringen kann. Die heilige Mutter Gottes, die auf ihren Sohn, unseren Bruder, zeigt, rufe uns Christen überall die Pflicht in Erinnerung, unseren Nächsten zu lieben, Friedensstifter und die ersten zu sein, die dem vergeben, der sich gegen uns versündigt hat, wie auch uns vergeben worden ist.

Hier, im Süden Afrikas, wollen wir Unsere Liebe Frau in besonderer Weise darum bitten, für den Frieden, die Umkehr der Herzen und das Ende des Krieges in der nahe gelegenen Region der Großen Seen Fürsprache zu halten. Ihr Sohn, der Friedensfürst, bringe Heilung den Leidenden, Trost den Weinenden und Kraft alle jenen, die den schwierigen Prozess des Dialogs, der Verhandlungen und des Endes der Gewalt voranbringen.

In diesem Vertrauen wenden wir uns jetzt an Maria, unsere Mutter, und mit dem Gebet des Angelus bitten wir für den Frieden und das Heil der ganzen Menschheitsfamilie.

[Zenit-Übersetzung des portugiesischen und italienischen Originaltexts, © 2009 - Libreria Editrice Vaticana]