Angesichts der Legalisierung der Euthanasie nicht schweigen, sagt der Papst

Begrüßungsansprache Johannes Pauls II. vor dem neuen belgischen Botschafter

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VATIKAN, 4. November 2002 (ZENIT.org).- Am Donnerstag warnte Papst Johannes Paul II. in seiner Begrüßungsansprache an den neuen belgischen Botschafter beim Heiligen Stuhl vor den Gefahren der Euthanasie. Belgien ist nach den Niederlanden das zweite Land der Welt, das die Euthanasie legalisiert hat.



In der Ansprache vor dem 60-jährigen Karrierediplomaten Benoît Cardon De Lichtbuer sagte Johannes Paul II., der "von Gott geschaffene Mensch ist zur Teilhabe am göttlichen Leben berufen und war immer im Mittelpunkt christlicher Weltanschauung, daher achtet und verteidigt auch die Kirche das Geschenk des Lebens".

"Wie könnte ich meine tiefe Sorge und Kritik angesichts der Gesetze in den Ländern verschweigen, welche die aktive Euthanasie legalisiert und sich so zu den Herren über Leben und Tod gemacht haben?", fragte er.

"In einer Gesellschaft, in der allzu oft nur noch gute Gesundheit und Leistung etwas gelten, muss man die schwachen oder am Ende des Lebens stehenden Menschen mit anderen Augen betrachten, indem man insbesondere Palliativmittel entwickelt und allen, die sie brauchen auch verabreicht".

Diese Mittel "lindern die Schmerzen und begleiten die Sterbenden in Würde in den Tod".

"Die Anerkennung des geheiligten und unverletzbaren Charakters des menschlichen Lebens, welches vom Schöpfer geschenkt wird, ist wirklich die einzig wahre Verteidigung gegen dessen immer mögliche Verletzungen" so der Papst.

"Eine Gesellschaft, welche diese Fundamente aufs Spiel setzte, begäbe sich in viel schlimmere Gefahren, vor allem in jene, nur das Recht der Person und die fundamentalen Werte noch vom immer wandelnden Konsens abhängig zu machen".