Ankündigung der Seligsprechung von Mutter Rosa Flesch am 4. Mai im Trierer Dom

Monsignore Stephan Wahl, Kommunikationsdirektor des Bistums Trier, spricht morgen um 22.50 Uhr in der ARD

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ROM/TRIER, den 25. April 2008 (ZENIT.org).- Die baldige Feier von drei Seligsprechungen, darunter jene von Mutter Maria Rosa (Margaretha) Flesch (1826-1906) am 4. Mai im Trierer Dom, kündigte gestern, am 24. April, das Büro für die Liturgischen Feiern des Heiligen Vaters an.



Am Sonntag (27. April) wird in der venezolanischen Hauptstadt Caracas im Stadion der Universidad Zentral de Venezuela, der ältesten und größten Universität dieser Nation, die Dienerin Gottes Candelaria de San José (1863-1940) zur Ehre der Altäre erhoben werden. Susana Paz Castillo Ramirez, wie sie ursprünglich hieß, war Jungfrau und Gründerin der Kongregation von den Karmelitinnen des Regulierten Dritten Ordens von Venezuela.

Am Samstag in einer Woche, am 3. Mai, wird um 16.00 Uhr in der römischen Lateran-Basilika die italienische Dienerin Gottes Maria Maddalena dell'Incarnazione (1770-1824) selig gesprochen. Es handelt sich um die Gründerin der Schwestern der Ewigen Anbetung. Ihr Taufname war Caterina Sordini.

„Wir bringen unser Leben in der Anbetung des allerheiligsten Altarsakraments zu, das den ganzen Tag ausgesetzt ist“, erklärte die Mutter Oberin der Niederlassung dieser Ordensgemeinschaft in Caglirari (Italien) im Jahr der Eucharistie, das die Kirche auf Wunsch von Papst Johannes Paul II. von Oktober 2004 bis Oktober 2005 beging. „Unsere Mitschwestern wechseln sich Tag und Nacht in der Anbetung ab. In der Stille des Gebetes und der Arbeit zollen wir unserer Gründermutter, Maria Maddalena dell’Incarnazione, Tribut, die uns ihr Charisma übertragen hat... Möge uns die heilige Jungfrau Maria ihre geistlichen Gnaden im Überfluß gewähren. Gnaden, die notwendig sind für das Zeugnis eines vollkommen zum Ruhm ihres Sohnes geführten Lebens.“

Im Mai wird auch in Deutschland eine Seligsprechungszeremonie gefeiert werden: Im Trierer Dom wird am Sonntag, dem 4. Mai, um 15.00 Uhr Mutter Rosa Flesch, die Gründerin der Ordensgemeinschaft der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, selig gesprochen (vgl. offizielle Webseite zur Seligsprechung). Als Delegat des Papstes wird der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, die Seligsprechung im Namen von Papst Benedikt XVI. vornehmen und der Eucharistiefeier vorstehen. Die Seligsprechung wird auch auf Großbildleinwänden auf den Domfreihof übertragen. Im Anschluss an den Gottesdienst ist ein Fest der Begegnung auf dem Domfreihof vorgesehen.

Bereits am Samstag, dem 3. Mai, wird nach Angaben des bischöflichen Ordinariats um 20.00 Uhr eine Vigilfeier in der Kirche St. Martin stattfinden. Der Schrein mit den Reliquien von Mutter Rosa wird nach der Seligsprechung noch bis nach der heiligen Messe am Mittwoch, dem 7. Mai, um 9.00 Uhr im Trierer Dom verbleiben. Dieses „Triduum“, in deren Zentrum die Eucharistie steht, soll vielen Gläubigen die Gelegenheit geben, die neue Selige im Dom zu verehren. Am Mittwochabend soll der Reliquienschrein dann wieder nach Waldbreitbach zurückgeführt werden, wo um 18.00 Uhr die Vesper gefeiert werden wird.

Der Fernsehsender „Phoenix“ wird die Seligsprechung live übertragen. Den Kommentar wird Monsignore Stephan Wahl, Kommunikationsdirektor des Bistums Trier, sprechen. Bereits morgen, Samstag, wird Monsignore Wahl im „Wort zum Sonntag“ um 22.50 Uhr in der ARD den Blick auf die Seligsprechung von Mutter Rosa Flesch richten. Und am kommenden Dienstag (29. April) wird um 23.00 Uhr im dritten Fernsehprogramm des Südwestrundfunks der Film „Kein leichtes Erbe“ gezeigt werden. Der Film blickt auf das Leben und die Visionen von Mutter Rosa zurück und gibt einen Einblick, wie die Waldbreitbacher Franziskanerinnen heute leben und wirken.

Margaretha Flesch wurde am 24. Februar 1826 in Schönstatt bei Vallendar geboren. Ihre Berufung, schlicht und einfach unter den Menschen zu leben, erfuhr sie bereits im Alter von acht Jahren. Menschen in Krankheit, Armut und Not vorbehaltlos zu helfen, dem verschrieb sie sich aus ihrer christlichen Verantwortung heraus schon als junge Frau. 1861 begann sie mit dem Bau eines abgeschiedenen Klosters. 1863 wurde die Ordensgründung vollzogen, schnell folgten Filialgründungen. 1878 wurde Mutter Rosa aus dem Amt der Generaloberin verdrängt; eine lange Leidenszeit begann. Sie starb, vom eigenen Orden an den Rand gedrängt, am 25. März 1906. Es dauert Jahrzehnte, bis sich die Gemeinschaft ihrer erinnerte und ihrer Gründerin Anerkennung und Wertschätzung zukommen ließ.

Von Dominik Hartig