Ansprache des Papstes beim Angelus: Gewalt keine Lösung der Probleme

Gedenken der Opfer des 11. September

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ANCONA, 12. September 2011 (ZENIT.org). – Vor dem Angelusgebet nach der Messfeier am Sonntag im Hafen von Ancona zum Abschluss des 25. Nationalen Eucharistischen Kongresses hat Papst Benedikt an die Opfer des Attentats vom 11. September erinnert und betont, dass alle Verantwortlichen der Nationen und alle Menschen guten Willens der Versuchung zum Hass widerstehen müssten. In der Gesellschaft müssten die Prinzipien der Solidarität, der Gerechtigkeit und des Friedens herrschen.

Wir dokumentieren den Wortlaut der Ansprache in einer eigenen deutschen Übersetzung.

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Liebe Brüder und Schwestern,

bevor wir diese feierliche Eucharistiefeier beenden, lädt uns das Gebet des Angelus ein, uns in der heiligsten Maria anzuschauen, um den Abgrund der Liebe, aus der das Sakrament der Eucharistie hervorgeht, zu betrachten. Dank des „Fiat“ der Jungfrau ist das Wort Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Wenn wir das Geheimnis der Menschwerdung betrachten, wenden wir uns alle mit Geist und Herz zum Wallfahrtsort des Heiligen Hauses von Loreto, von dem uns nur wenige Kilometer trennen. Das Land der Marken ist ganz von der geistlichen Gegenwart Mariens an diesem historischen Wallfahrtsort erleuchtet. Es macht seine Anhöhen noch schöner und lieblicher! In diesem Moment vertraue ich ihr die Stadt Ancona, die Diözese, die Marken und ganz Italien an, auf dass im italienischen Volk immer lebendig sei der Glaube an das Geheimnis der Eucharistie, die in jeder Stadt und in jedem Ort, von den Alpen bis nach Sizilien, den auferstandenen Christus gegenwärtig setzt, die Quelle der Hoffnung und des Trostes für das alltägliche Leben, besonders in schwierigen Augenblicken.

Heute gehen unsere Gedanken auch zum 11. September vor zehn Jahren zurück. Während ich den Herrn des Lebens an die Opfer der an jenem Tag verübten Attentate und an ihre Angehörigen erinnere, lade ich die Verantwortlichen der Nationen und die Menschen guten Willens ein, Gewalt als Lösung von Problemen immer abzulehnen, der Versuchung zum Hass zu widerstehen und in der Gesellschaft zu wirken, indem sie sich von den Prinzipien der Solidarität, der Gerechtigkeit und des Friedens inspirieren lassen.

Auf die Fürsprache der heiligsten Maria bitte ich nun den Herrn, er möge all jenen vergelten, die für die Vorbereitung und Organisation dieses Nationalen Eucharistischen Kongresses gearbeitet haben. Ihnen sage ich von Herzen meinen aufrichtigen Dank!

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals © Copyright 2011 - Libreria Editrice Vaticana]