Ansprache von Papst Benedikt XVI. an die Teilnehmer des internationalen Kongresses Ecclesia in America

Appell an die Teilnehmer, ihr Augenmerk auf die Probleme einer säkularisierten Welt zu richten

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VATIKANSTADT, 10. Dezember 2012 (ZENIT.org). ‑ Mit einer heiligen Messe im Petersdom wurde am Sonntagabend der internationale Kongress „Ecclesia in America“ über die Kirche auf dem amerikanischen Kontinent eröffnet. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika und den Knights of Columbus in Zusammenarbeit mit dem „Institute for Guadalupan Studies“; ihre Inspiration bezieht sie aus der Synode, die der selige Papst Johannes Paul II. im November und Dezember 1997 unter dem Titel „Begegnung mit dem lebendigen Christus: Der Weg zu Bekehrung, Kommunion und Solidarität in Amerika“ einberufen hatte.

Am Abend traf Papst Benedikt XVI. die Kongressteilnehmer im Petersdom; in seiner Ansprache erinnerte er an den Wunsch seines Vorgängers, die Kirchen in Nord-, Mittel- und Südamerika enger zusammenarbeiten zu sehen.

„Heute verdienen diese Themen eine besondere Beachtung, damit wir die heilbringende Botschaft Christi besser verwirklichen können, in der Hoffnung, einen reichen Lohn der Heiligkeit und Erneuerung der Kirche zu ernten“, sagte der Papst.

„Tatsächlich muss die Liebe Jesu Christi und die Macht seiner Gnade in den Herzen der Menschen, Familien und christlichen Gemeinden eurer Länder immer tiefere Wurzeln schlagen, damit sie auf den Wegen der Harmonie und des gerechten Wachstums immer weiter voranschreiten mögen.“

Der Heilige Vater betonte, wie wichtig es sei, den Herausforderungen einer immer stärker säkularisierten Gesellschaft entgegenzutreten. Eine korrekte Erziehung und die Unterstützung einer Kultur des Lebens seien wichtige Voraussetzungen für den Kampf gegen „eine weit verbreitete Mentalität, die dazu neigt, die Würde des Menschen anzugreifen und die Institutionen der Ehe und der Familie zu schädigen“, so der Papst.

„Wie könnte man die leidvollen Situationen der Auswanderung, Armut und Gewalt übersehen, besonders, wenn sie mit organisiertem Verbrechen, Korruption, Drogen- und Waffenhandel verbunden sind? Und wie können wir den schmerzlichen Ungerechtigkeiten und der Armut entgegentreten, die von dubiösen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Maßnahmen verursacht worden sind?“ fragte der Heilige Vater.

Papst Benedikt legte den Kongressteilnehmern nahe, diese Themen im Verlauf ihres Treffens zu vertiefen. Eine Begegnung mit dem lebendigen Christus sei „die entscheidende Kraft, die den amerikanischen Kontinent verwandeln kann.“

„Die Liebe Christi treibt uns dazu an, ohne Vorbehalt und mit großem Einsatz seinen Namen in ganz Amerika zu verkünden und ihn mit Freude und Begeisterung in die Herzen aller Menschen des Kontinents zu tragen“, so Benedikt XVI. „Deshalb müssen die Priester, Diakone und alle geweihten Männer und Frauen dazu ermutigt werden, ihr geistiges Leben immer mehr zu kräftigen, durch eine aufrichtige Beziehung zum Herrn und einen würdigen und häufigen Empfang der Sakramente.“

Der Papst beendete seine Ansprache mit einer Aufforderung an alle Anwesenden, die Katechese und fortgesetzte Weiterbildung über Glaubensinhalte auf eine Weise zu unterstützen, die dem Wort Gottes und der Lehre der Kirche, „die dazu berufen ist, den tiefsten Fragen und Wünschen des menschlichen Herzens eine Antwort zu geben“, immer treu bleibe.

„Ein erneuerter Missionsgeist und großzügiger Eifer bei eurem Einsatz wird ein unersetzlicher Beitrag dazu sein, was die Weltkirche von der Kirche in Amerika erwartet und braucht“, so die abschließenden Worte des Heiligen Vaters.

[Übersetzung des englischen Originals von Alexander Wagensommer]