Ansprache von Papst Benedikt XVI. bei der Begegnung mit den Kindern in Benin in der Pfarrei Sankt Rita

Papst spricht zu den jungen Herzen von der Liebe zu Christus

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COTONOU, 20. November 2011 (ZENIT.org). – Eine einfühlsame und kindgerechte Ansprache über die Freundschaft mit Christus hielt Papst Benedikt anlässlich seines Besuchs im Kinderheim der Mutter-Theresa-Schwestern am Samstagnachmittag in der angeschlossenen Pfarrei Sankt Rita vor den mehreren Hundert versammelten Kindern. Er lud sie dazu ein, Jesus, der in den Tabernakeln der Kirchen wirklich gegenwärtig sei, oft zu besuchen und sich ihm in allem anzuvertrauen.

[Wir dokumentieren die offizielle deutsche Übersetzung der Ansprache im Wortlaut:]

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Liebe Kinder!

Ich danke Bischof. René-Marie Ehuzu, dem Bischof von Porto Novo und Verantwortlichen für die Sozialpastoral der Bischofskonferenz von Benin, für seinen Willkommensgruß. Dank sage ich auch dem Herrn Pfarrer und Aïcha für das, was sie mir in euer aller Namen gesagt haben. Nach diesem schönen Moment der Anbetung begrüße ich euch mit großer Freude. Danke, dass ihr so zahlreich gekommen seid!

Gott, unser Vater, hat uns um seinen Sohn und unseren Bruder Jesus Christus versammelt, der in der während der Messe konsekrierten Hostie gegenwärtig ist. Das ist ein großes Geheimnis, vor dem man anbetet und glaubt. Jesus, der uns so sehr liebt, ist wirklich gegenwärtig in den Tabernakeln aller Kirchen der Welt, in den Tabernakeln der Kirchen eurer Quartiere und eurer Pfarreien. Ich lade euch ein, ihn oft zu besuchen, um ihm eure Liebe kundzutun.

Einige unter euch sind schon zur ersten heiligen Kommunion gegangen, andere bereiten sich darauf vor. Der Tag meiner Erstkommunion war einer der schönsten Tage meines Lebens. Für euch auch, nicht wahr? Und warum ist das so? Nicht nur wegen der schönen Kleider oder der Geschenke oder auch des Festessens! Das ist so vor allem, weil wir an jenem Tag zum ersten Mal Jesus Christus empfangen. Wenn ich kommuniziere, nimmt Jesus Wohnung in mir. Ich muss ihn liebevoll aufnehmen und ihm aufmerksam zuhören. Tief in meinem Herzen kann ich ihm zum Beispiel sagen: „Jesus, ich weiß, dass du mich liebst. Schenke mir deine Liebe, damit ich dich liebe und damit ich die anderen mit deiner Liebe liebe. Ich vertraue Dir meine Freuden, meine Leiden und meine Zukunft an.“ Zögert nicht, liebe Kinder, den anderen von Jesus zu erzählen. Er ist ein Schatz, und man muss fähig sein, ihn mit den anderen großzügig zu teilen. In der Geschichte der Kirche hat die Liebe Jesu viele Christen und sogar Kinder wie euch mit Mut und Kraft erfüllt! So ist der heilige Kizito, ein ugandischer Junge, getötet worden, weil er der Taufe gemäß leben wollte, die er empfangen hatte. Kizito betete. Er hatte begriffen, dass Gott nicht nur wichtig, sondern dass er alles ist.

Und was ist denn das Gebet? Es ist ein an Gott, unseren Vater, gerichteter Ruf der Liebe, in dem Willen, Jesus, unseren Bruder, nachzuahmen. Jesus zog sich an einen einsamen Ort zurück, um zu beten. Wie Jesus kann auch ich jeden Tag einen Ort der Stille finden, wo ich mich vor einem Kreuz oder einem heiligen Bild sammle, um mit Jesus zu sprechen und ihm zuzuhören. Ich kann auch das Evangelium benutzen. Ich betrachte dann in meinem Herzen einen Abschnitt, der mich anspricht und mich dann während des Tages leitet. So für eine Weile bei Jesus zu bleiben, erlaubt ihm, mich mit seiner Liebe, mit seinem Licht und mit seinem Leben zu erfüllen! Diese Liebe, dich ich im Gebet erhalte, soll ich dann meinerseits weiterschenken an meine Eltern, meine Freunde, an alle, mit denen ich zusammenlebe, sogar an die, welche mich nicht lieben, und auch an die, welche ich nicht besonders mag. Liebe Kinder, Jesus liebt euch! Bittet auch eure Eltern, mit euch zu beten! Manchmal muss man sie ein wenig drängen. Zögert nicht, das zu tun. Gott ist so wichtig!

Möge die Jungfrau Maria, seine Mutter, euch lehren, ihn immer mehr zu lieben durch das Gebet, das Verzeihen und durch die Nächstenliebe. Ich vertraue euch alle ihr an, ebenso wie eure Familien und eure Erzieher. Seht her! Ich ziehe einen Rosenkranz aus meiner Tasche. Der Rosenkranz ist gleichsam ein Instrument, das man zum Beten gebrauchen kann. Es ist leicht, den Rosenkranz zu beten. Vielleicht könnt ihr es schon, wenn nicht, bittet eure Eltern, es euch zu lehren. Übrigens wird jeder von euch am Ende unserer Begegnung einen Rosenkranz erhalten. Wenn ihr ihn dann in der Hand haltet, könnt ihr für den Papst beten – darum bitte ich euch –, für die Kirche und für alle wichtigen Anliegen. Und nun, bevor ich euch alle mit großer Zuneigung segne, beten wir gemeinsam ein Gegrüßet seist du, Maria für die Kinder der ganzen Welt, besonders für die, welche unter Krankheit, Hunger und Krieg leiden. Beten wir also: Gegrüßet seist du, Maria…

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