Ansprache von Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch des Marienheiligtums von El Cobre

Eröffnung des Marianischen Jubiläumsjahres

| 939 klicks

ROM, 27. März 2012 (ZENIT.org). – Nach seiner Privatmesse in der Kapelle des Seminars „Heiliger Basilius der Große“ erreichte Papst Benedikt XVI. um 9.30 Uhr Ortszeit das Marienheiligtum des Gnadenbildes „Virgen de la Caridad“ („Barmherzige Jungfrau von El Cobre“), wo er von Dionisio García Ibáñez, Erzbischof von Santiago de Cuba, und dem Rektor empfangen wurde. Im Heiligtum verweilte der Papst zunächst vor dem Allerheiligsten, danach betete er kniend vor der Figur der Jungfrau. Mit dem Anzünden einer Kerze leitete er das Marianische Jubiläumsjahr ein, das anlässlich der 400-Jahr-Feier der Auffindung des Gnadenbildes der Barmherzigen Jungfrau von El Cobre, der Patronin Kubas, ausgerufen wurde. Nach der Zeremonie hielt Papst Benedikt vor den Versammelten und allen Gläubigen auf dem Platz vor dem Heiligtum eine kurze Ansprache.

[Wir dokumentieren die Ansprache im Wortlaut in der offiziellen deutschen Übersetzung:]

***

Liebe Brüder und Schwestern!

Als Pilger bin ich zum Haus des Gnadenbildes Unserer Lieben Frau von El Cobre, „La Mambisa“, wie ihr sie liebevoll nennt, gekommen. Ihre Gegenwart in dieser Stadt El Cobre ist ein Geschenk des Himmels für die Kubaner.

Herzlich möchte ich alle hier Anwesenden grüßen. Nehmt die Zuneigung des Papstes entgegen und tragt sie überall hin, damit alle den Trost und die Kraft im Glauben erfahren. Alle, denen ihr nah und fern begegnet, lasst wissen, dass ich der Muttergottes die Zukunft ihres Landes anvertraut habe, das auf dem Weg der Erneuerung und der Hoffnung zum Wohl aller Kubaner voranschreitet. Ebenso habe ich der Allerseligsten Jungfrau die Nöte der Menschen, die leiden, die der Freiheit beraubt sind, die von ihren Lieben getrennt sind und schwere Zeiten durchmachen, anempfohlen. Zugleich habe ich ihr die jungen Menschen an ihr unbeflecktes Herz gelegt, damit sie glaubwürdige Freunde Christi seien und nicht Angeboten nachgeben, die in ihnen Traurigkeit zurücklassen. Vor der Barmherzigen Jungfrau Maria habe ich in besonderer Weise auch der Kubaner gedacht, deren Vorfahren aus Afrika hierhergekommen sind, wie auch des Nachbarvolkes von Haiti, das immer noch unter den Folgen des bekannten Erdbebens vor zwei Jahren leidet. Und ich habe nicht die vielen Campesinos und ihre Familien vergessen, die in ihren Häusern treu das Evangelium leben wollen und ihre Häuser auch als Missionszentren für die Feier der Eucharistie öffnen.

Nach dem Vorbild der Allerseligsten Jungfrau ermutige ich alle Söhne und Töchter dieses werten Landes, weiterhin ihr Leben auf dem festen Felsen, der Jesus Christus ist, aufzubauen, für die Gerechtigkeit zu arbeiten, Diener der Nächstenliebe zu sein und in Prüfungen auszuharren. Nichts und niemand raube euch die innere Freude, die ein Merkmal der kubanischen Seele ist. Gott segne euch. Vielen Dank.

[© 2012 Libreria Editrice Vaticana]