"Antisemitismus stellt unser Zusammenleben in Frage"

Weihbischof Bischof spricht bei Kundgebung gegen Antisemitismus in München

München, (Erzbistum Muenchen und Freising) Redaktion | 209 klicks

Weihbischof Wolfgang Bischof hat zum Einsatz gegen Antisemitismus in Deutschland aufgerufen: „Wer Antisemitismus zulässt, der lässt es zu, dass die Grundlage unseres Zusammenlebens erschüttert ist“, so der Weihbischof bei einer Kundgebung gegen Antisemitismus am Dienstag, 29. Juli, am Platz der Opfer des Nationalsozialismus in München, zu der die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern eingeladen hatte. „Antisemitismus ist nicht nur Bedrohung von Leib und Leben unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger jüdischen Glaubens. Antisemitismus stellt auch unser Zusammenleben insgesamt in Frage“, so Bischof weiter: „Wo wir zulassen, dass Achtung und unbedingter Respekt vor der uneingeschränkten Würde des Menschen missachtet werden, da geben wir die Grundlage unseres Staates auf.“ 

Bischof erinnerte an die Zeit des Nationalsozialismus, der Menschen das Recht auf Leben abgesprochen habe. Die Väter und Mütter des Grundgesetzes hätten aus dieser Erfahrung heraus in der unteilbaren Würde eines jeden Menschen die Grundlage des Gemeinwesens gesehen: „Diese Würde kann dem Menschen von niemandem abgesprochen werden. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller“, betonte der Weihbischof.

Bischof wandte sich auch an die Verantwortlichen in den Kriegsgebieten und schloss sich dem Friedensappell von Papst Franziskus an. „Haltet endlich ein und habt den Mut zum Frieden!“, so der Weihbischof: „Christen, Juden und Muslime werden täglich Opfer in diesem Krieg. Christen, Juden und Muslime sind täglich Partei in diesem Krieg.“ In die Zukunft führe aber nur Partnerschaft. „Wir hier in Deutschland haben durch zwei schreckliche Weltkriege erlebt und gelernt, dass nur in der Partnerschaft der Völker Zukunft, Frieden und Wohlergehen möglich ist“, sagte Bischof. (gob)

(Quelle: Webseite des Erzbistums München und Freising, 29.07.2014)