Antonia Werr (1813-1868)

Ordensgründerin

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 212 klicks

Antonia Werr wurde am 14. Dezember 1813 in Würzburg geboren. Am Tag ihrer Geburt verstarb ihr Vater. Ihre schwerkranke Mutter sollte Antonia bis zu deren Tod im Jahr 1841 pflegen. Die anschließenden Jahre waren von der Suche Antonias nach ihrer persönlichen Bestimmung gezeichnet. Zunächst begab sie sich zu den Schwestern vom Guten Hirten nach Namur in Belgien und Angers in Frankreich. Eine Erkrankung zwang sie jedoch zur Rückkehr in ihre Heimat. Erst 1855 gründete Antonia schließlich eine eigene Gemeinschaft. Gemeinsam mit vier Gefährtinnen ließ sie sich am ehemaligen Prämonstratenser-Kloster Oberzell in der Nähe von Würzburg nieder, um aus der Haft entlassenen Frauen Heimat, Halt und Unterstützung zu geben. Die Gemeinschaft schloss sich 1863, fünf Jahre vor dem Tod der Ordensgründerin, dem Regulierten Dritten Orden des Heiligen Franziskus an.

Das Prämonstratenser-Kloster Oberzell war 1128 von Norbert von Xanten (1082-1134) gegründet worden und war damit eines ersten seiner Art in Deutschland. Das Kloster, das eine ereignisreiche Geschichte durchlebte, wurde 1802 säkularisiert. Ab 1817 diente das Gebäude als Sitz einer Druckmaschinenfabrik. 1901 siedelte die von Antonia Werr gegründete Gemeinschaft „Dienerinnen der heiligen Kindheit Jesu“ in die ehemalige Abtei um; bis dahin hatte die Gemeinschaft in einem der Abtei nahegelegenen Schlösschen gelebt.

Antonia Werr starb am 27. Januar 1868 an Typhus, mit der sie sich bei der Krankenpflege infiziert hatte.

Die „Dienerinnen der heiligen Kindheit Jesu - Oberzeller Franziskanerinnen“ sind heute noch als apostolische Frauengemeinschaft tätig. Sie legen das Gelübde der Armut, Ehelosigkeit und des Gehorsams ab. „Wir setzen uns ein für die unzerstörbare Menschenwürde, besonders für Frauen und Mädchen. Dazu hat die Würzburgerin Antonia Werr 1855 einen Anfang gewagt. Seit über 150 Jahren verwirklichen wir ihren Auftrag in der wechselvollen Geschichte unserer Zeit.“