Antonino Fantosati (1842-1900)

Minoritenbruder, Missionar, Bischof und Märtyrer

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 212 klicks

Antonino Fantosati wurde am 16. Oktober 1842 in Trevi bei Perugia geboren. Als er dem Minoritenorden beitrat, nahm er den Namen Antonino an. Sein Noviziat verbrachte er in Cerreto di Spoleto. Seine Priesterweihe empfing er am 13. Juni 1865. 1867 lebte er für kurze Zeit im Kloster San Francesco a Ripa in Rom, bevor er noch im selben Jahr als Missionar nach China aufbrach, wo die Franziskaner seit langem Missionsstationen unterhielten. Antonino begab sich nach Wuhan, der Hauptstadt von Hupeh. 1878 gründete er dort ein Waisenhaus. 1888 kehrte er für einige Zeit in seine Heimat zurück und unternahm Wallfahrten nach Lourdes und ins Heilige Land. Am 11. November 1892 weihte ihn Leo XIII. zum Bischof. Außerdem wurde der Heilige zum apostolischen Vikar von Hunan ernannt.

Antonino Fantosati wurde am 7. Juli 1900 während des Boxeraufstands getötet, sein Leichnam verbrannt und die Asche zerstreut. Einige wenige Reliquien des Heiligen befinden sich im Konvent San Martino in Trevi. Antonino Fantosati wurde am 24. November 1946 seliggesprochen. Seine Heiligsprechung erfolgte am 1. Oktober 2000 durch den heiligen Johannes Paul II.: „Zu dieser Schar von Märtyrern gehören auch 33 Missionare und Missionarinnen, die ihr Land verließen und versuchten, sich in die chinesische Wirklichkeit einzugliedern. Hierbei wollten sie sich in Liebe deren Eigenschaften zu eigen machen, beseelt vom Wunsch, Christus zu verkünden und dem chinesischen Volk zu dienen. Ihre Gräber befinden sich dort, um gleichsam ihre endgültige Zugehörigkeit zu China zum Ausdruck zu bringen, das sie trotz aller menschlicher Unzulänglichkeiten aufrichtig geliebt und für das sie ihre ganze Kraft aufgebracht haben.“