Antonio Paolucci, neuer Direktor der Vatikanischen Museen

| 1546 klicks

ROM, 4. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat heute Professor Antonio Paolucci zum neuen Direktor der Vatikanischen Museen ernannt. Die Entscheidung des Papstes fiel somit auf einen anerkannten Spezialisten.



Antonio Paolucci wurde am 29. September 1939 in Rimini geboren. Er gehört zu den bekanntesten Kunsthistorikern Italiens. Paolucci promovierte 1964 bei Roberto Longhi in Kunstgeschichte und setzte seine Spezialisierung bei Francesco Arcangeli fort. Bereits ab 1969 begann er seine Laufbahn im italienischen Ministerium für Kulturgüter. Ab 1980 arbeitete er als Superintendant in Venedig, Verona, Mantua und in Florenz. Schließlich wirkte er als Generaldirektor für die Kulturgüter der Toskana bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2006.

Von 1995 bis 1996 arbeitete Paolucci als Minister für die Kulturgüter der Republik Italien. Nach dem schweren Erdbeben von 1997, von dem die Regionen Marken und Umbrien betroffen waren und das zum Einsturz der Basilika des heiligen Franziskus in Assisi geführt hatte, leitete er als Regierungskommissar die Restaurierungsarbeiten der Basilika. 2007 berief ihn der Minister für die Kulturgüter, Francesco Rutelli, in das wissenschaftliche Gremium von vier Experten, um die Arbeiten des Hohen Rates für die Kultur- und Landschaftsgüter zu koordinieren, dessen Vizepräsident er ist. Paolucci ist auch als Präsident des wissenschaftlichen Komitees für Kunstausstellungen an den „Scuderie“ des Quirinals tätig.

Seine zahlreichen Veröffentlichungen umfassen Monographien zu Piero della Francesca, Michelangelo, Antoniazzo Romano, Luca Signorelli, Benvenuto Cellini; wissenschaftliche Artikel in Zeitschriften sowie Bücher über die Geschichte der Restaurierung und des Schutzes der Kulturgüter. Paolucci ist Mitarbeiter verschiedener italienischer Zeitungen (Il Sole 24 Ore, La Nazione, la Repubblica, Avvenire).

Der bisherige Leiter der Vatikanischen Museen, Francesco Buranelli, wurde vom Heiligen Vater zum Sekretär der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche und zum Inspektor der Päpstlichen Kommission für sakrale Archäologie ernannt.

Jährlich werden die Schätze der Vatikanischen Museen von vier Millionen Menschen bewundert. Im Schnitt sind es 14.000 Besucher pro Tag, in Spitzenzeiten sogar bis zu 22.000. Für alle, die nicht nach Rom pilgern können, bieten die Museen einen lohnenswerten virtuellen Rundgang an.