Antonio Rosmini Serbati (1797-1855)

Priester und Ordensgründer

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 335 klicks

Benedikt XVI. beschrieb Antonio Rosmini Serbati während des Angelus am 18. November 2007 als „eine große Priestergestalt sowie (als) einen berühmten, von inniger Liebe zu Gott und zur Kirche beseelten Mann der Kultur. Er legte in all ihren Dimensionen und in hohem Grad Zeugnis ab für die Tugend der Liebe; was ihn aber am meisten bekannt machte, war sein großherziger Einsatz für das, was er die ‚intellektuelle Nächstenliebe‘ nannte, das heißt: die Versöhnung der Vernunft mit dem Glauben.“ 

Antonio Rosmini wurde am 25. März 1797 in Rovereto als Sohn einer wohlhabenden Adelsfamilie geboren. Anfänglich hatten Rosminis Eltern Einwände gegen dessen Entschluß, sein Leben in den Dienst Gottes zu stellen. Am 21. April 1821 wurde Rosmini zum Priester geweiht. Antonio Rosmini, der in Padua Theologie studiert hatte, gründete bereits sieben Jahre später, im Jahr 1828, das „Istituto della Carità“, das auch unter der Bezeichnung „Rosminianer“ bekannt ist. Zu der Gründung des Instituts hatte wesentlich die Begegnung Rosminis mit der Marchise von Canossa beigetragen, die ihn darin bestärkt hatte, einen männlichen Zweig der von ihr begründeten „Figlie della Carità“ ins Leben zu rufen. Nach langer Bedenkzeit gründete Rosmini schließlich das „Istituto della Carità“, wozu er die „Constitutiones Societatis a Charitate nuncupatae“ verfaßte. Das Institut sollte sich ganzheitlich der Nächstenliebe widmen, das heißt auf spiritueller, intellektueller und praktischer Ebene. Es folgte 1832 außerdem die Gründung des weiblichen Ordens „Suore della Provvidenza“.

Rosmini folgte Papst Pius IX. in das Königreich Neapel nach Gaeta ins Exil. 1848 hatte er noch versucht, in den Auseinandersetzungen zwischen dem Papst und dem Königreich Italien zu vermitteln.

Rosmini ist Verfasser bedeutender Schriften, wie zum Beispiel „Die fünf Wundmale der heiligen Kirche“. Außerdem arbeitete er eine Reform für den Kirchenstaat aus. Sowohl die „Wundmale“ als auch die „Reform“ wurden jedoch zensiert; damit war der weiteren Karriere Rosminis zunächst ein Ende gesetzt. 1854 wurde Rosmini von allen Anschuldigungen freigesprochen.

Rosmini starb am 1. Juli 1855 in Stresa am Lago Maggiore, wo er seine letzten Lebensjahre verbracht hatte. Seine Seligsprechung erfolgte am 18. November 2007.

„Sein Vorbild helfe der Kirche, insbesondere den kirchlichen Gemeinschaften Italiens, im Bewusstsein zu wachsen, dass das Licht der Vernunft des Menschen und das der Gnade, wenn sie zusammen vorangehen, Quelle des Segens für den Menschen und die Gesellschaft werden,“ wie Benedikt XVI. während des Angelus am 18. November 2007 über Antonio Rosmini schloss.