Aparecida (Brasilien): Entscheidender Beitrag der Bewegungen an der Evangelisierung in einer säkularisierten Welt

Bischof Filippo Santoro von Petropolis setzt auf die faszinierenden Begegnung mit Christus

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APARECIDA, 29. Mai 2007 (ZENIT.org).- Durch die faszinierende Begegnung mit der Schönheit Christi werde all das, was von Gott entfernt zu sein scheine, zu einem Werkzeug „im Dienst der Kommunikation der Gegenwart des Herrn“, erläuterte Bischof Filippo Santoro von Petropolis (Brasilien) am Wochenende in einem Interview mit der Nachrichtenagentur „Fidesdienst“ im größten brasilianischen Wallfahrtsort Aparecida.



Mit Blick auf das zentrale Thema der derzeit stattfindenden Fünften Generalkonferenz der Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik – Jüngerschaft und Mission –, wies der Hirte darauf hin, dass die Evangelisierungstätigkeit in einer säkularisierten Welt zu jenen Aspekten der Missionstätigkeit der katholischen Kirche gehöre, der „am wenigsten berücksichtigt“ wird.

„Die heutige Welt hat einen großen Einfluss auf das ganze Leben“, fuhr er fort. „Sie beeinflusst unser Denken, unsere Entscheidungen und unsere Handlungsweise. In diesem Sinn bin ich der Ansicht, dass kirchliche Bewegungen besonders wichtig sind, da sie dem kulturellen Umfeld, der Kunst, der Kommunikation ein besonderes Augenmerk widmen“, hob der brasilianische Bischof hervor.

„Es ist interessant, wenn man heute ein neues Leben, eine neue Erfahrung anbietet. Auf diese Weise bieten die kirchlichen Bewegungen, indem sie in diesem Kontext, auf den neuen Areopagen leben, die Möglichkeit, der Person Christi nicht nur als Theorie zu begegnen; sie bieten die Erfahrung einer Familie, die Erfahrung einer Arbeit, die sich von dem unterscheidet, was die säkularisierte Welt anbelangt.“

Bischof Santoro, ein gebürtiger Italiener, wirkte Anfang der 80er-Jahre als Seelsorger in der süditalienischen Region Apulien. 1984 erklärte er sich bereit, seinen priesterlichen Dienst in Brasilien auszuüben.

„Wie jede Realität, die in einer besonderen Art von der Begegnung mit Christus, von der faszinierenden Begegnung mit Christus ausgeht, verwandelt auch diese die Dinge, die säkularisiert scheinen, die von Gott am weitesten entfernt zu sein scheinen, und sie werden damit zu Werkzeugen im Dienst der Kommunikation der Gegenwart des Herrn.“

Für Bischof Filippo Santoro ist zudem die Achtung und Aufwertung der verschiedenen Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit unverzichtbar sowie „alles, was das barmherzige und humane Antlitz Gottes zum Ausdruck bringt“. Dazu gehöre zuallererst „die Gestalt der Gottesmuter, unsere Marienwallfahrtorte, die Verehrung der Heiligen: Das sind Hilfsmittel, die dabei helfen, Christus persönlich zu begegnen.“

Das Thema von Jüngerschaft und Mission sowie die Analyse der gegenwärtigen Lage Lateinamerikas bedeuten nach Worten des Bischofs von Petropolis einen wesentlichen Impuls. „Doch was am wichtigsten ist, ist das missionarische Herz“, fügte er hinzu.

„Die Missionstätigkeit ist keine menschliche Initiative. Der Missionar wird dort geboren, wo die Gnade Gottes in das Leben einiger Menschen eindringt.“ Damit das geschehen könne, sei es vonnöten, „das Herz des Menschen zu wecken, seine wahre Humanität“. Die menschliche Fähigkeit, „sich nach dem transzendenten Dienst des Lebens zu fragen“, sollte die Grundlage einer entsprechenden Pädagogik darstellen.

Bischof Santoro, der als einer von mehr als 160 Hirten bis zum 31. Mai im Rahmen der V. Vollversammlung der lateinamerikanischen und karibischen Bischöfe die zukünftigen pastoralen Leitlinien mitgestaltet, die das Leben von rund 40 Prozent der katholischen Weltbevölkerung entscheidend beeinflussen werden, betonte abschließend: „Wir müssen eine außergewöhnliche Antwort geben, so wie sie nur die Schönheit der Gegenwart des lebendigen Christus unter uns sein kann, die die ganze Gesellschaft verwandelt.“