„Apokalypse. Die letzte Offenbarung“ – neue Ausstellung in den Vatikanischen Museen

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ROM, 18. Oktober 2007 (ZENIT.org).- „Apokalypse. Die letzte Offenbarung“ ist der Titel einer Ausstellung, die heute im „Salone Sistina“ der Vatikanischen Museen eröffnet wurde. Vom 19. Oktober bis zum 7. Dezember werden über 100 Meisterwerke aus einigen der größten Museen der Welt zu bewundern sein.



Die Werke – Codices, Gemälde, Skulpturen, Goldschmiedekunst, Stiche und Zeichnungen –, die zwischen dem 4. und dem 20. Jahrhundert geschaffen wurden, stammen aus den Vatikanischen Museen; dem Louvre, dem Centre Pompidou und dem Musée de Cluny in Paris; aus der Thyssen-Bornemisza-Sammlung in Madrid, der Gallerie Tret'jakov in Moskau, den Nationalmuseen von Budapest und Warschau sowie der Basilika San Marco in Venedig.

Die Ausstellung will den Besucher einladen, das letzte Buch des Neuen Testaments über eine gezielte Auswahl von Meisterwerken zu lesen, unter denen sich auch eine Reihe wertvoller und antiker byzantinischer und russischer Ikonen befinden. Unter diesen ist besonders die Ikone mit der apokalyptischen Vision zu nennen, die aus dem Kloster des heiligen Johannes Theologos in Patmos (Griechenland) stammt, wo der heilige Apostel Johannes das Buch der Offenbarung über das Schicksal der Welt schrieb.

Werke von Künstlern wie Beato di Liébana, Pedro Barruguete, Jacopo Bassano, Alonso Cano, Guido Reni, Albrecht Dürer, El Greco, Francisco Zurbaran, Salvador Dalì oder Giorgio De Chirico können ebenfalls bestaunt werden.

Den Mittelpunkt der Ausstellung bilden einige Werke, die für die Geschichte der künstlerischen Darstellung der Apokalypse von besonderer Bedeutung sind. Zu ihnen zählen: die Reihe von Stichen von Albrecht Dürer aus der „Apocalypsis in figuris“; „Der Heilige Michael, der Satan besiegt“ von Guido Reni; „Die Unbefleckte“ von El Greco (ein Werk, das sich an der apokalyptischen Vision der mit der Sonne gekleideten Frau [„amicta sole“] inspiriert); der „Heiland auf dem Thron“ (eine Ikone aus der Schule von Nowgorod); die Skulpturen der katalanischen Romanik und der französischen Gotik sowie das Buch „Apokalypse“, in dem Werke von sieben Künstlern des 20. Jahrhunderts zusammengefasst worden sind. Der Sammelband wurde im Jahr 1961 von Josef Foret herausgegeben und vom seligen Johannes XXIII. gesegnet.

Als geeigneter Führer durch die Welt der Offenbarung des Johannes und deren künstlerischer Darstellung können auch die Worte dienen, mit denen Papst Benedikts XVI. während der Generalaudienz am 23. August 2006 Tausenden von Gläubigen Leben und Werk des Lieblingsjüngers Jesu vor Augen führte.

Genau auf der Insel Patmos, seiner letzten Lebensstation, wo er „‚um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses für Jesus‘ (Offb 1,9) in der Verbannung lebte“, habe Johannes jene großartigen Visionen und außerordentlichen Botschaften empfangen, „die die Geschichte der Kirche und die ganze christliche Kultur nicht wenig beeinflusst haben.“

Das Thema des Buches der Apokalypse ist nach Worten Benedikts XVI. „im Letzten die Enthüllung des Sinns der Menschheitsgeschichte, ausgehend vom Tod und der Auferstehung Christi“. Die Offenbarung des Johannes stellt für den Papst vor allem vor die Erwartung des endgültigen Sieges des Herrn und des neuen Jerusalems; des Herrn, der kommt und die Welt verwandelt. Die Ausstellung in den Vatikanischen Museen lässt etwas vom Weg dieses endgültigen Sieges erahnen und sichtbar werden.