Apostolische Visitation bei den Legionären Christi

Hilfeleistung in einer schwierigen Situation

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ROM, 31. März 2009 (ZENIT.org).- Eine Gruppe von Bischöfen und Geistlichen wird auf Wunsch Benedikts XVI. eine Apostolische Visitation in den Einrichtungen der Legionäre Christi vornehmen. Die Delegation will sich ein genaues Bild vom Leben und Apostolat der Kongregation machen, um dem Heiligen Stuhl anschließend Bericht zu erstatten.

Die Apostolische Visitation erfolgt wenige Wochen nachdem die Legionäre Christi bestätigt haben, dass ihr 2008 verstorbener Gründer, P. Marcial Maciel LC, ein Verhältnis zu einer Frau hatte und aus dieser Verbindung eine Tochter hervorging. Der Pressesprecher der Legionäre in Rom, P. Paolo Scarafoni, erklärte im vergangenen Februar zu diesbezüglichen Medienberichten: „Diese Tatsachen können wir nicht verneinen. Aus Rücksicht auf die Privatsphäre betroffener Personen kann ich jedoch keine näheren Angaben machen". Zudem hat die Glaubenskongation in vergangenen Jahren Anklagen von ehemaligen Ordensmitgliedern untersucht, die dem Ordensgründer sexuellen Missbrauch an Minderjährigen vorgeworfen hatten.

Die Apostolische Visitation wird in einem Brief angekündigt, den Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone SDB dem Generaldirektor der Legionäre Christi, P. Álvaro Corcuera LC, hat zukommen lassen und den die Kongregation heute, Dienstag, iauf ihrer Webseite veröffentlichte (http://www.legionariesofchrist.org).



Kardinal Bertone erklärt darin, „dass Seine Heiligkeit Benedikt XVI. in dieser delikaten Zeit seine Solidarität und sein Gebet für die Legionäre Christi, die Mitglieder des Regnum Christi und alle, die ihnen geistlich nahestehen, erneuert." Zugleich erinnert er daran, dass die Fastenzeit ein Moment der Gnade und der Erlösung sei.

„Der Heilige Vater ist sich bewusst, welch hohe Ideale Ihr verfolgt und dass Ihr die momentanen Herausforderungen mit Integrität und im Geiste des Gebets durchlebt. Er ermutigt Euch, weiter das Wohl der Kirche und der Gesellschaft durch die Euch eigenen Einrichtungen und Initiativen zu suchen."

Diesbezüglich könnten die Legionäre immer auf die Hilfe des Heiligen Stuhls zählen, damit sie „in der Wahrheit und Transparenz in einem Klima brüderlichen und konstruktiven Dialogs die bestehenden Schwierigkeiten" meistern könnten.

P. Corcuera dankt in einem Rundschreiben aus Anlass der Bekanntgabe der Kanonischen Visitation Papst Benedikt XVI. für seine Unterstützung. „Wir vertrauen ganz und gar auf die göttliche Vorsehung und auf unsere Mutter, die Kirche, die über das echte Wohl ihrer Kinder wacht. So wollen wir die Apostolischen Visitatoren gerne aufnehmen. Sie werden in den nächsten Monaten das Leben und das Apostolat der Legionäre Christi aus der Nähe kennen lernen."

Der Generaldirektor bittet alle Legionäre und die Angehörigen der Bewegung Regnum Christi, ihre Hingabe zu erneuern und Gott um die Gnade zu bitten, auch in Zukunft jene Heiligkeit anstreben zu können, zu der er sie berufe. Auch ein zweites Gebetsanliegen nennt P. Corcuera: „dass wir das Charisma, das er uns anvertraut hat, zur völligen Entfaltung bringen können".

[Beide Briefe im Wortlaut]