Apostolischer Nuntius in Deutschland würdigt Schönstattbewegung

Prägender Einsatz in der Pädagogik des Glaubens

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Vallendar/Schönstatt , 20. Oktober 2009 (ZENIT.org).- „Der 95. Jahrestag der Gründung der Schönstattbewegung –, an dem Mitglieder aus der ganzen Welt teilnehmen, ist für uns eine ausgezeichnete Gelegenheit, in Dankbarkeit zurückzublicken und über den Einsatz der Schönstattbewegung in der Kirche nachzudenken“, so der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, am 18. Oktober in Schönstatt vor gut 1500 Menschen, die nach Vallendar/Schönstatt  gekommen waren, um den Gründungstag Schönstatts zu feiern. Nuntius Périsset  bezeichnete den 18. Oktober 1914, den Gründungstag Schönstatts,  „als ein Ereignis der Kirche, in der Kirche und für die Kirche. Die Gründung der Schönstattbewegung ist ein kirchliches Ereignis, d. h. als menschliches Geschehen oder menschliche Tat, beseelt durch die Gnade Gottes.“

Ein besonderes Merkmal Schönstatts bestehe darin, „dass es an fast 200 Orten Marienkapellen als originalgetreue Nachbildungen des Urheiligtums von Schönstatt gibt. Für das hiesige Heiligtum gilt, was der Patriarch Jakob auf seinem Weg zu Laban nach seinem Traum am Rande der Stadt Lus sagte, die er Bet-El nannte – Gotteshaus -: „Hier ist nichts anderes als das Haus Gottes und das Tor des Himmels“ (Gen 28, 17)“. Er dankte der Schönstatt-Bewegung vor allem für ihren prägenden Einsatz in der Pädagogik des Glaubens: „Die Ausstrahlung der Bewegung erklärt sich aus dieser besonderen Prägung und verlangt deshalb auch eine vielfältige und angepasste Pädagogik in den verschiedenen Bereichen des eigenen Einsatzes. Dabei ist die Schönstattbewegung immer katholisch, d. h. den verschiedenen Kulturen angepasst und ihnen eingepflanzt, ohne die Einheit in der Grundhaltung zu verlieren.“  Gleichzeitig bat er die Schönstatt-Bewegung, sich aktiv einzubringen in die Kirche: „Im Raum der Kirche hat die Schönstattbewegung ihre eigene Dichte, und deshalb hat sie ihren eigenen Platz gefunden. Es hängt deshalb jetzt von ihr ab, diese Dichte – das Eigenste ihres Wesens, ihr Charisma - zu halten und in den anderen kirchlichen Einrichtungen in je angepassten Formen zu fördern.“

Nach dem festlichen Gottesdienst am Vormittag nahm sich der Nuntius Zeit zum Kennenlernen Schönstatts und feierte dann mit Pilgern aus ganz Deutschland und den angrenzenden Ländern sowie aus Südamerika, Afrika und von den Philippinen die Erneuerung des Liebesbündnisses am Urheiligtum, das den ganzen Nachmittag über von Hunderten von Menschen besucht wurde, die teils über eine halbe Stunde in der Kälte Schlange standen, um einige Minuten dort zu verweilen und den Segen zu erhalten. Nuntius Périsset war sichtlich bewegt, als Fanfarenstöße das Liebesbündnisgebet ankündigten, das nacheinander in elf Sprachen gebetet wurde. Den Abschluss machte ein junger Priester aus Nigeria, der die Weiheworte „vor lauter Ergriffenheit nur singen, nicht sprechen“ konnte.

Weltweit verfolgten Menschen die Übertragung des Gottesdienstes und der Bündnisfeier über Internet-Livestream.

Der 18. Oktober ist der höchste Festtag der Schönstatt-Bewegung, an dem sie des charismatischen Gründungsvorgangs am 18. 10. 1914 gedenkt und sich in dieser Ursprungskraft erneuert. Damals hatte der junge Priester Josef Kentenich mit einigen Jugendlichen ein „Liebesbündnis“ mit Maria,  der Mutter Jesu und der Menschen, geschlossen, das zum Anfang einer heute in allen Kontinenten verbreiteten Bewegung wurde.

 Allein am Schönstatt-Heiligtum in Tuparenda, Paraguay, feierten diesen Tag  60.000 Pilger aus dem ganzen Land. Die Ausgabe des Ersttagsstempel einer Sonderbriefmarke „50 Jahre Schönstatt in Paraguay“ wurde darum dorthin verlegt.