Apostolischer Nuntius: Syrienkonflikt droht Routine zu werden

Einmischung aus dem Ausland

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ROM, 28. Novemver 2012 (ZENIT.org). - Der Apostolische Nuntius in Syrien, Erzbischof Mario Zenari, hat sich erschüttert über die täglich wachsende Zahl der Opfer des Bürgerkriegs in Syrien gezeigt. Er befürchtet, dass der syrische Bürgerkrieg zur „Routine" zu werden drohe.

Mindestens 34 Menschen wurden am heutigen Mittwoch durch explodierende Sprengsätze in einem vorwiegend von Christen und Drusen bewohnten Viertel von Damaskus getötet. Mindestens 83 weitere Personen wurden schwer verletzt, als in Jaramana im Südosten der syrischen Hauptstadt vier Bomben, darunter zwei Autobomben, explodierten. Zuvor soll es zu Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und Rebellen gekommen sein. Diese hatten in den vergangenen Wochen mehrere wichtige Militär-Stützpunkte erobert und waren daraufhin von der syrischen Luftwaffe im Umland von Damaskus - dem östlich gelegenen Ghouta-Gebiet – angegriffen worden.

Die Kirchen sind nach Ansicht des Vatikanbotschafters die einzigen noch intakten Institutionen des Landes. An sie wenden sich Menschen aller Religionen wie Christen, Muslime, Alawiten. Priester und Ordensleute bemühten sich unter Einsatz ihres Lebens um Versöhnung zwischen verfeindeten Teilen der Bevölkerung.

Seit November hat sich die humanitäre Situation in der syrischen Hauptstadt Damaskus wegen des Handelsembargos und der Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen extrem verschlechtert.

Ein wachsendes Problem sind dem Nuntius zufolge Entführungen, die beide Seiten begehen, um Gefangene freizubekommen oder Lösegeld zu erpressen. Wie die Beobachter übereinstimmend berichten, verschärft eine starke Einmischung aus dem Ausland den syrischen Bürgerkrieg. Dies halte den Krieg am Leben und verhindere eine freiheitliche Entwicklung wie in anderen arabischen Staaten, bestätigt auch der Nuntius. Die Bevölkerung sehne sich nur danach, ins normale Leben zurückzukehren. [jb]