Appell Benedikts XVI. an die Jugend: Eifert dem Vorbild Frère Rogers und Johannes Pauls II. nach

Grußwort anlässlich des ökumenischen Jugendtreffens der Communauté de Taizé in Mailand (Italien)

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ROM, 15. Dezember 2005 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. fordert die Jugendlichen dazu auf, Frère Roger und Papst Johannes Paul II. nachzuahmen und Friedensstifter in der Welt zu sein. Angesichts der zahlreichen Spannungen und Konflikte lädt er alle ein, \"in der Einfachheit und in der Freude Zeugnis abzulegen vom Geist des Friedens, der in uns wohnt\".



Diesen Friedensappell an die Jugend formuliert der Papst in einem kürzlich veröffentlichten Grußwort an die voraussichtlich rund 50.000 Jugendlichen aus ganz Europa, die vom 28. Dezember bis zum 1. Januar am Jugendtreffen der Communauté de Taizé in Mailand (Italien) teilnehmen werden.

\"Liebe Jugendliche, während der Tage, in denen ihr auf Initiative der Communauté de Taizé beim Treffen schöne Erfahrungen von Kirche macht, schließt sich der Papst im Gebet euch allen an\", heißt es in der Botschaft des Heiligen Vaters. \"Unter besonderer Würdigung von Frère Roger, dem an diesen internationalen Treffen lag, damit sich bei den jungen Christen ein Geist gelebter Geschwisterlichkeit und gelebten Friedens einwurzelt, erhofft sich der Papst, dass die Gespräche unter euch, die ihr aus verschiedenen Ländern und unterschiedlichen christlichen Konfessionen kommt, wie auch die Begegnung mit den Christen in Mailand, die euch beherbergen, es euch ermöglichen, neue Beziehungen zu knüpfen, die zugleich eine Saat des Friedens unter den Menschen sind.\"

Frère Roger Schutz, Gründer der \"Communauté de Taizé\", wurde am 16. August dieses Jahres während einer Vesperfeier mit Hunderten von Jugendlichen in der kleinen französischen Ortschaft, die seiner Gemeinschaft ihren Namen gibt, von einer offenbar geistig verwirrten 36-jährigen Rumänin erstochen. Der gebürtige Schweizer hatte am 12. Mai 2005 seinen 90. Geburtstag gefeiert. Bei zahlreichen Anlässen hatte Papst Benedikt XVI. seine Bestürzung über den gewaltsamen Tod von Frère Roger zum Ausdruck gebracht und dessen unermüdlichen, vorbildlichen Dienst an der christlichen Einheit gewürdigt.

In diesem Sinn wünscht sich Benedikt XVI. von der Jugend, unter den Menschen Friede und Freude zu verbreiten: \"Mögen das Beispiel des Gründers von Taizé und das unermüdliche Zeugnis Papst Johannes-Pauls II. für Dialog und Frieden unter den Menschen euch ermutigen, eurerseits Friedensstifter zu sein! In einer Welt, die durch zahlreiche Spannungsherde geschwächt ist und in unseren entwickelten Gesellschaften, in denen neue Formen von Gewalt auftauchen, die insbesondere die Jugendlichen in Mitleidenschaft ziehen, lädt der Papst euch ein, in der Einfachheit und in der Freude Zeugnis abzulegen vom Geist des Friedens, der in uns wohnt, dank der Gabe, zu der sich der Herr Jesus Christus aus Liebe zu allen ein für allemal am Kreuz gemacht hat.\"

Zum Abschluss seiner diesjährigen Botschaft zum traditionellen ökumenischen Gebetstreffen der ökumenischen Brudergemeinschaft von Taizé vertraut der Heilige Vater die Jugendlichen dem Gebet Mariens an, \"der Mutter des Herrn und aller, die seine Brüder und Schwestern geworden sind\". Den jungen Menschen, den Brüdern von Taizé, den Kirchengemeinden und Gastfamilien gewährt er \"aus tiefem Herzen einen liebevollen apostolischen Segen\".