Appell Benedikts XVI. zugunsten der illegalen Einwanderer

Der Papst fordert Solidarität, angemessene Strukturen und Sinn für Legalität

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ROM, 1. September 2008 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. rief gestern, Sonntag, zu mehr Solidarität mit illegalen Einwanderern auf.



Angesichts der Zunahme dieses Phänomens wies der Heilige Vater darauf hin, dass die Migrationsbewegungen seit den Anfängen der Menschheitsgeschichte existierten und die Beziehungen zwischen Völkern und Nationen kennzeichneten; heute jedoch habe sich dieses Thema in einen Notstand verwandelt, der unsere Solidarität auf den Plan rufe, aber auch wirksame politische Antworten erforderlich mache.

Seit Jahren flüchten zahlreiche Menschen in Hoffnung auf ein besseres Leben von Afrika nach Europa, viele davon auf dem Seeweg über das Mittelmeer. Dies führt oft zu tragischen Katastrophen, deren jüngste am vergangenen Mittwoch 40 Kilometer vor Malta 70 Menschen das Leben gekostet hat.

Benedikt XVI. würdigte nach dem Angelusgebet in Castel Gandolfo die Arbeit vieler regionaler, nationaler und internationaler Instanzen und forderte sie dazu auf, ihre Arbeit „mit Sinn für Verantwortung und in einem humanitären Geist“ fortzusetzen.

Sinn für Verantwortung müssten auch die Herkunftsländer zeigen, da es nicht nur um deren Landsleute gehe, sondern auch darum, die Ursachen der illegalen Migration zu beseitigen - und mit ihr jede damit verbundene Form von Kriminalität.

Die Zielländer der Migrationsbewegungen forderte der Papst auf, Initiativen und Strukturen zu entwickeln, die den Bedürfnissen der illegalen Einwanderer immer besser gerecht werden.

Die Migranten ihrerseits müssten dazu sensibilisiert werden, den Wert des Lebens als ein einzigartiges und zu schützendes Gut zu begreifen. Gleichzeitig müssten sie ein Bewusstsein für die Pflicht zur Legalität entwickeln.

Benedikt XVI. bekräftigte, dass er als „gemeinsamer Vater“ die tiefe Pflicht verspüre, die Aufmerksamkeit aller Menschen auf dieses Problem zu lenken und Einzelpersonen wie Institutionen zu großherziger Zusammenarbeit aufzurufen, um eine Lösung zu finden.