Appell der Bischöfe aus den G8-Ländern

Immer noch zu viele Kinder gehen hungrig zu Bett

Washington, (ZENIT.org) | 446 klicks

Der Präsident der US-amerikanischen Bischofskonferenz und Erzbischof von New York, Timothy Dolan, hat gemeinsam mit den Bischofskonferenzen aus der Gruppe der Acht (G8) die nationalen Regierungsoberhäupter im Vorfeld des G8-Gipfels in Großbritannien mit der Forderung nach dem Schutz der Armen und Hilfe für Entwicklungsländer konfrontiert.

In einem am Montag, dem 3. Juni 2013, veröffentlichten Brief forderten die Bischöfe die Machthaber anlässlich des bevorstehenden Treffens der G8-Staaten dazu auf, sich auf die Themen Landwirtschaft und Ernährung zu konzentrieren.

In diesem Schreiben steht dazu Folgendes im Wortlaut: „In einer Welt, die große Fortschritte bei der Verbesserung der Produktion und Verbreitung von Lebensmitteln gemacht hat, gehen immer noch viel zu viele Kinder hungrig zu Bett oder leiden an Mangelernährung. Diese Tragödie hat lebenslange Folgen für die Gesundheit und Auswirkungen auf den Bildungserfolg. Im Besonderen gilt es, die Hilfe für afrikanische Länder zu intensivieren, sodass eine Verbesserung der lokalen Landwirtschaft erzielt werden kann.

Ebenso verlangten sie besondere Aufmerksamkeit auf die Themen Steuerflucht, Handel und Transparenz.

„Der Handel und Handelsbestimmungen müssen dem Gemeinwohl für die gesamte menschliche Familie und den besonderen Bedürfnissen der schwächsten Nationen dienen. Die Gewährung landwirtschaftlicher Entwicklungshilfe einerseits und die Anwendung einer ungerechten und für die Landwirtschaft ärmerer Länder schädlichen Handelspolitik andererseits ist kontraproduktiv“, heißt es weiter in dem Brief.

Die Bischöfe fügten hinzu: „Die Tatsache, dass der Schwerpunkt des G8-Gipfels auf Transparenz liegt, ist bedenklich. Die menschliche Würde verlangt nach Wahrheit, und Demokratie erfordert Transparenz. Durch einen Zuwachs und eine Verbesserung der Informationen können Zivilgesellschaften inklusive religiöser Organisationen ihre Regierungen zur Verantwortung ziehen und einen Beitrag zur Bereitstellung von Ressourcen zur Reduzierung der Armut und zur Verbesserung der Gesundheit der gesamten Gesellschaft leisten.

Die Bischöfe sprachen sich für einen einheitlichen Fokus auf die Auswirkung von Richtlinien auf arme Menschen aus.

„Indem man sich zunächst die Frage nach den Konsequenzen einer Richtlinie für die Armen und Schwachen stellt, kann unter anderem sichergestellt werden, dass dem Gemeinwohl aller gedient wird. Als menschliche Familie sind wir nur so gesund wie unsere schwächsten Mitglieder“, so die Bischöfe in ihrem Schreiben.

Zu den unterzeichnenden Bischöfen zählten die Präsidenten der katholischen Konferenzen von England und Wales, Irland, Schottland, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Russland sowie die Konferenzen der Europäischen Gemeinschaft.

Der Brief ist in voller Länge hier abrufbar