Appell: Orthodoxer Erzbischof von Zypern fordert Wiederaufbau der zerstörten christlichen Kirchen

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ROM, 9. Juli 2007 (ZENIT.org).- Der orthodoxe Erzbischof von Zypern, Chrysostomos II., richtete sich am 8. Juli im italienischen Staatsfernsehen RAI3 mit einem dringlichen Appell an die internationale Gemeinschaft. „Wir bitten die Besatzungstruppen und die türkische Gemeinschaft um die Erlaubnis, unsere Kirchen auf unsere Kosten zu restaurieren und die sechs über 80 Jahre alten Mönche in das Kloster vom heiligen Barnabas in den besetzten Zonen im Norden von Zypern zurückkehren zu lassen.“ Die Frage der Rückkehr der Mönche hat bisher seitens der türkischen Regierung keine Antwort gefunden. Sie wurde auch dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vorgelegt.



Nach Chrysostomos II. beabsichtigen die orthodoxen Christen, den Niedergang zu stoppen und die internationale Gemeinschaft zu sensibilisieren. Gleichzeitig sollen die entwendeten Kunstgegenstände an ihren ursprünglichen Ort zurückkehren, um sie dort restaurieren und verwahren zu können. „Wir wollen, dass unsere Zivilisation respektiert wird. Sollten die Türken der Ansicht sein, dass es hier bei uns Moscheen gibt, die in einem schlechten Zustand sind, sind wir unsererseits dazu bereit, sie zu restaurieren; ich denke jeoch nicht, dass dies der Fall ist, da alle gut bewahrt sind.“

Die Situation der Kirchen in den Zonen, die von der Türkei besetzt werden, ist dramatisch. Nach einer Schätzung gibt es rund 520 Sakralbauten in Nordzypern. Von diesen wurden 133 Kapellen, Kirchen und Klöster entweiht (und zu Militärdepots, Ställen, Diskotheken und Moscheen umgebaut). Ungefähr 15.000 Ikonen wurden illegal entfernt und sind heute auf dem Kunstschwarzmärkten der Welt zu finden. Zu den unwiederbringlich zerstörten Kulturgütern zählen Fresken aus dem sechsten Jahrhundert. Der Großteil der Kunstschätze geht auf die byzantinische Zeit zurück.

Erzbischof Chrysostomos II. brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Gelder, die die Europäische Union für die türkisch-zypriotische Gemeinschaft zur Verfügung gestellt hat (rund 286 Millionen Euro) auch zur Restaurierung der Kirchen aufgewendet werden, da viele der Gebäude dem Einsturz nahe stünden oder bereits zerstört seien.

Die von Chrysostomos II. aufgeworfenen tragischen Probleme der Kirche Zyperns waren auch während seines jüngsten Besuchs bei Papst Benedikt XVI. (19. Juni 2006) besprochen worden.