ARD-Themenwoche Leben mit dem Tod

Erzbischof Zollitsch: Enttabuisierung eines oft schwierigen Themas

| 867 klicks

MAINZ, 15. November 2012 (ZENIT.org/PM DBK). - Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, hat die am 17. November 2012 in der ARD beginnende Themenwoche „Leben mit dem Tod“ als wichtigen Beitrag zum Umgang mit Tod und Trauer gewürdigt. „Wir brauchen dringend eine grundlegende Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben und Tod. Die Themenwoche als ein etabliertes Fernseh- und Hörfunkformat, das viele Menschen erreicht, ist dazu ein wichtiger Beitrag. Ich finde es ein ermutigendes Zeichen, wenn sich die ARD-Anstalten mit dem oft tabuisierten Thema ‚Tod’ auseinandersetzen. Das differenzierte Programm spricht ganz unterschiedliche Zuschauer und Zuhörer an. Auf sensible und tiefsinnige Weise werden Tod und Trauer, aber auch Sterbebegleitung und ethische Grenzfälle aufgegriffen. Es ist gut, wenn wir wieder lernen, selbstverständlicher über Sterben und Tod zu sprechen. Sie gehören zum Leben“, sagte Zollitsch.

Die katholische Kirche unterstütze diese Themenwoche in besonderer Weise. „Uns ist die Auseinandersetzung mit dem Thema wichtig und wir als Kirche haben eine klare Position dazu. Gerade Sterben und Tod bringt viele Menschen, vor allem trauernde Angehörige, Freunde und Nachbarn der Verstorbenen, oft wieder neu in Kontakt mit der Kirche und dem Glauben. Das ist für uns nicht nur eine pastorale Chance, sondern ein grundlegender seelsorglicher Auftrag. Ich bin dankbar, dass viele Pfarrgemeinden in Deutschland und zahlreiche katholische Medieneinrichtungen die ARD‑Themenwoche aktiv bewerben“, so Zollitsch.

Erzbischof Zollitsch betonte den Auftrag der Kirche: „Wir stehen Sterbenden und Trauernden zur Seite und schieben sie nicht beiseite.“ Dabei gehe es immer um eine Begleitung des Sterbenden bis zum letzten Moment: „Die Sorge um eine menschenwürdige Sterbebegleitung, die sich an den Grundsätzen der Leidminderung, Zuwendung und Fürsorge orientiert und die jede Form einer Hilfe zur Selbsttötung entschieden ablehnt, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Für die katholische Kirche hat sie höchste Bedeutung.“ Das habe der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz vor wenigen Wochen erneut bekräftigt, sagte Zollitsch. „Gerade der Monat November erinnert uns mit seinen Gedenktagen wie Allerheiligen und Allerseelen an Tod und Auferstehung. Ich wünsche mir eine verstärkte Sensibilität, dass Tod und Begräbnis, aber auch das Sprechen über den Tod Aufgabe der ganzen Gemeinde vor Ort sind. Dabei muss das christliche Menschenbild wieder stärker ins Bewusstsein unserer Gesellschaft rücken: Jeder Mensch ist Geschöpf Gottes und zugleich Gottes Ebenbild. Es gehört zum Wesen des Menschen, auf eine bleibende Existenz über den Tod hinaus zu hoffen. Je mehr ich an das ewige Leben glaube, desto gelöster und gelassener kann man mit dem Tod umgehen. Die Würde des Menschen – die über den Tod hinaus reicht ‑, zu respektieren, heißt auch seine Sehnsucht und seine Hoffnungen anzuerkennen“, so Zollitsch. In diesem Sinne trage die ARD-Themenwoche beispielhaft dazu bei, den Tod zu enttabuisieren. „Ich hoffe, die Beiträge der ARD zeigen, dass die Beschäftigung mit dem Tod hilft, erfüllt zu leben und gelassen zu sterben, und dass es die Pflicht jedes Menschen ist, unzweideutig für die Achtung der Menschenwürde einzutreten.“