Argentinien: Erschütterung über die Schwerverbrechen eines Priesters

Bischöfe bitten um Vergebung

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BUENOS AIRES, 11. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Die Argentinische Bischofskonferenz hat ihren Schmerz über die schweren Verbrechen eines Priesters während der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 bekundet, für die er nun zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.



Der frühere Polizeikaplan für Buenos Aires Land, Pater Christan von Wernich, wurde des Mordes in sieben Fällen für schuldig befunden. Außerdem ist er nach dem Urteil eines Gerichts in La Plata für 31 Folterungen und 42 Entführungen zur Verantwortung gezogen worden.

Die nationale Bischofskonferenz hat in einer Presseerklärung betont, dass die Kirche in Argentinien über die Beteiligung eines Priesters an solchen Schwerverbrechen zutiefst erschüttert sei.

Die restlose Aufdeckung der Schandtaten sollte alle Bürger dazu veranlassen, ihr Bemühen, den „Weg der Versöhnung“ zu gehen, zu intensivieren; zugleich sei sie ein Appell, sich von Straflosigkeit, Hass und Groll fernzuhalten, heißt es in dem Dokument, das die Unterschrift von Kardinal Bergoglio, der Bischöfe Luis Villalba und Agustín Radrizzani und von Msgr, Sergio Fenoy trägt, die das Präsidium der Bischofskonferenz bilden.

Sollte sich ein Kirchenmitglied an den brutalen Vergehen in irgendeiner Weise mitschuldig gemacht haben, hätte es dies in persönlicher Verantwortung getan und sich dabei gegen Gott, die Menschheit und sein eigenes Gewissen verstoßen und schwer versündigt, bekräftigen die Bischöfe, die in diesem Zusammenhang die Vergebungsbitte erneuern, die die Kirche in Argentinien anlässlich der Eröffnung des Nationalen Eucharistischen Treffens am 8. September 2000 in Cordoba formuliert hatte.