Argentinische Fokolarin steht im Ruf der Heiligkeit

Margarita Bavosi leitete zuletzt die Forkolar-Bewegung in Spanien

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MADRID, 27. November 2008 (ZENIT.org).- Wie eine Fackel brannte ihr Leben für das Evangelium Jesu Christi und die Einheit, das geschwisterliche Miteinander aller Menschen. Jetzt wurde die außerordentlichen Tugendhaftigkeit der Argentinierin Margarita Bavosi, genannt „Luminosa“, die „Strahlende“, die im Ruf der Heiligkeit steht, am vergangenen Samstag, 22. November, im spanischen Zentrum Mariapolis in „Las Matas“ bei Madrid seitens der Kirche vor Ort bestätigt.

Am 19. September 1941 wurde Margarita Bavosi als Kind italienischer Emigranten in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires als jüngere von zwei Geschwistern geboren. Sie findet eine Heimat in ihrer Pfarrei, St. Cayetano, in einem Außenviertel der Stadt und wächst in einer Gruppe der Katholischen Aktion heran. Der Tod ihrer Mutter wird zu einem einschneidenden Verlusterlebnis. Diese stirbt als Margarita erste zehn Jahre alt ist. Später erzählt sie, dass sie spontan Maria gebeten habe, die Stelle ihrer Mutter einzunehmen: „Oye Maria, no quieres ser mi Madre“, „Hör mal, Maria, magst du nicht meine Mutter werden“, habe sie gebetet. Und so konnte sie dies einschneidende Erlebnis unbeschadet überstehen.

Die heranwachsende junge Frau zeigte so manchem jungen Mann die kalte Schulter, da sie spürte: „Die Liebe, die ich in mir trage ist weit größer, als dass ich sie nur einem Menschen ausschließlich schenken möchte“.

Die Sehnsucht, etwas anderes zu suchen als den bürgerlichen Durchschnitt, ließ sie wachsam sein ohne lange Zeit zu wissen, was Gottes Pläne mit ihrem Leben waren, so ihr Lebensbericht.

Am 25. März 1962, dem Fest der Verkündigung Mariens, wusste sie nach ersten Begegnungen mit den Gründerinnen der Fokolar-Bewegung in Argentinien, das „ich alles zurücklassen und diesem Weg folgen musste. Ich habe meinen Weg gefunden“, erklärte sie damals. Dem besorgten, allein erziehenden Vater zuliebe beendete sie zuerst ihr Studium, um dann in Grottaferrata bei Rom die Ausbildung als Fokolarin zu machen.

Chiara Lubich, so bezeugt ein Brief, wurde damals für sie zur „geistlichen Mutter“. Im Jahr 1966 wurde sie mit 25 Jahren verantwortliche Leiterin der jungen Fokolar-Bewegung in Uruguay. Ihr Weg führte sie anschließend über Argentinien im Jahr 1970 nach Spanien. Dort hinterließ sie eine unvergessliche Spur der Liebe, bis eine heimtückische Krankheit sie am 7. März 1985 in ihre endgültige Heimat führte.

Am vergangenen Samstag wurde nun die diözesane Phase des Prozesses der Seligsprechung der Dienerin Gottes Margarita Bavosi, die als Mitglied der Fokolar-Bewegung von 1970 bis 1983, die Gemeinschaft in Spanien leitete, abgeschlossen.

Unter dem Vorsitz von Kardinal Antonio Maria Rouco Varela, dem Erzbischof von Madrid, wurde in Gegenwart von rund 500 Menschen aus ganz Spanien der erfolgreiche Abschluss der diözesanen Phase besiegelt, die am 4. Januar 2005 aufgenommen worden war.

"Die Persönlichkeit dieser Frau hat eine einzigartige spirituelle und außergewöhnliche Anziehungskraft. Das spürt man sofort, wenn man über schriftliche Zeugnisse, durch die Zusammenschau ihrer Biographie näher mit ihr in Berührung kommt“, erklärte der Madrider Oberhirte. „Für uns, Männer und Frauen, und für die Kirche des späten zwanzigsten Jahrhunderts und zu Beginn des XXI. Jahrhunderts zeigt sie auf, wie schön das Leben sein kann, wenn jemand der Liebe Gottes und der Liebe Christi begegnet".

Postulator Carlos Fusco erklärte mit Blick auf die kommende Etappe, die mit der Übergabe des Entwurfs der Positio beginnt, jenes Berichts, in dem alle Dokumente über Margarita Bavosi auf systematische und organische Weise dargestellt werden: „Nun bleibt unsere einzige Verpflichtung, weiterhin jeden Tag mit größerer Hingabe im Geist des Evangeliums ihrem strahlend leuchtenden Beispiel zu folgen“.

Die Fokolarin Margarita Bavosi habe „eine Heiligkeit des Alltags gelebt“. Sie folgte einem Lebenstil im Bewusstsein der Gegenwart Jesu mitten unter den Mitgliedern der Gemeinschaft.

Mit allen Fasern ihres Seins spiegelte das Leben der „Luminosa“ das Ideal der Einheit wieder, das zum besonderen Charisma von Chiara Lubich, der Gründerin der Fokolar-Bewegung, gehörte.

Die Präsenz des anglikanischen Bischofs Carlos Lopez und des Vertreters von Metropolit Policarp seitens der griechisch-orthodoxen Kirche, Archimandrit Demtrius, und vieler Vertreter anderer Bewegungen und neuer Gemeinschaften, sowie die kirchlicher und öffentlicher Repräsentanten und insbesondere der Familienangehörige aus Argentinien unterstrichen die bleibende Austrahlung ihres Lebens.

Am 6. Dezember 2002, hatte Chiara Lubich das Zentrum „Mariapolis“ von Las Matas (Madrid), das nun ihren Namen trägt, eröffnet. Damals erklärte sie mit Blick auf „Luminosa“: „Ihr Heimgang … ist ein beredtes Zeugnis der Heiligkeit. Wir hoffen, dass die Kirche dies eines Tages bestätigen wird. Währenddessen wird ihr strahlender Name diesem großen und modernen Zentrum Licht spenden“.