Armutsbekämpfung: Caritas-Appell ans Weltwirtschaftsforum

Millenniums-Entwicklungsziele sollen neu in Angriff genommen werden

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ROM, 22. Januar 2008 (ZENIT.org).- Das Hauptziel des morgen, Mittwoch, beginnenden Weltwirtschaftsforums 2008 („World Economic Forum“, WEF) sollte darin bestehen, den Willen zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele neu zu wecken und zu festigen. Das betonte Lesley-Anne Knight, Generalsekretärin von Caritas Internationalis, im Vorfeld der Begegnung der einflussreichsten Politiker und Wirtschaftsexperten in Davos (Schweiz). Sie wird als Vertreterin des Dachverbands von 162 katholischen Hilfsorganisationen am Gipfeltreffen teilnehmen – ein Novum.



Die UNO-Mitgliedsstaaten haben sich gemeinsam dazu verpflichtet, die acht Milleniums-Entwicklungsziele bis 2015 zu erreichen.

Konkret geht es darum,
1.) den Anteil der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut und Hunger leidet, zu halbieren;
2.) allen Kindern eine Grundschulausbildung zu ermöglichen;
3.) die Gleichstellung der Geschlechter und die politische, wirtschaftliche und soziale Beteiligung von Frauen vor allem im Ausbildungsbereich zu fördern;
4.) die Kindersterblichkeit zu verringern;
5.) die Gesundheit der Mütter zu verbessern;
6.) HIV/AIDS, Malaria und andere übertragbare Krankheiten zu bekämpfen;
7.) den Schutz der Umwelt zu verbessern und
8.) eine weltweite Entwicklungspartnerschaft aufzubauen.

Wie Caritas-Generalsekretärin Knight betonte, seien die genannten Ziele zum Teil deshalb in weite Ferne gerückt, weil einige der reichsten Länder der Welt ihre Versprechen zur Finanzierung nicht eingehalten hätten.

In Davos werden bis zum 27. Januar neben hohen Vertretern aus Politik und Wirtschaft auch Künstler, Gelehrte, Religionsvertreter und weitere Repräsentanten des zivilen Lebens zusammenkommen, um über „The Power of Collaborative Innovation“ zu beraten, also über neue Formen von Zusammenarbeit und Lösungsansätze zur Überwindung des Grabens zwischen Arm und Reich.

Caritas Internationalis will die Politiker dazu veranlassen, sich insbesondere der Themen Klimawandel, Armut, Entwicklung, Auswanderung, interreligiöser Dialog und Friedenssicherung anzunehmen. „Es handelt sich um eine einzigartige Gelegenheit, um uns dessen zu versichern, dass die Ärmsten in der Welt nicht vergessen werden, wenn die führenden Wirtschaftsfachleute und Politiker unsere Zukunft planen“, erklärte Knight.

„Ich hoffe, dass die Teilnehmer den aufrichtigen Wunsch mitbringen, das Thema der Ungleichheit anzugehen. Ich werde alle Möglichkeiten nützen, die sich mir bieten, um an die Staatschefs zu appellieren - vor allem an die der reichsten Nationen -, dass sie ihren Verpflichtungen nachkommen und wir die Millenniums-Entwicklungsziele erreichen können.“

Zum Thema Innovation, das im Zentrum der Gespräche stehen wird, wies Knight darauf hin, dass die Caritas untersuchen müsse, wie sich innovative Zusammenarbeit unter Einbindung der Ressourcen und des guten Willens der Gemeinschaft des Weltwirtschaftsforums verwirklichen lasse.