Ärztliche Beihilfe zum Selbstmord ist unethisch

Kritik an Äußerungen des Medizinethikers Taupitz

| 2186 klicks

BERLIN, 9. März 2009 (ZENIT.org).- „Statt des von Herrn Taupitz vertetenen Utilitarismus müssen wir ein strafrechtliches Verbot der ärztlichen Suizidbehilife ernsthaft diskutieren. In Österreich etwa besteht ein solches Verbot für einen eigenen Tatbestand, die ‚Mitwirkung am Selbstmord’“, betont der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe in einer heute veröffentlichten Stellungnahme zur Debatte um ärztlich assistierten Suizid.



Hüppe ist Berichterstatter für Bioethik und Gentechnik der CDU/CSU-Arbeitsgruppe Gesundheit und in der 14. und 15. Wahlperiode stellvertretender Vorsitzender der Enquete-Kommission „Ethik und Recht der modernen Medizin“. Er kritisiert die utilitaristischen Positionen des von der SPD für den Ethikrat nominierten Medizinethikers Taupitz, der Mediziner zur Suizid-Hilfe aufgefordert hat. Auch in der Frage der fremdnützigen Forschung an nichteinwilligungsfähigen Patienten oder der menschlichen Embryonen vertrete Taupitz einen utilitaristischen Standpunkt.

„Die Tötung von Patienten ist unärztlich, sie kann keine Kassenleistung werden“, so Hüppe. „Unverändert gilt die Warnung des berühmten Arztes Christoph Wilhelm Hufeland: Töteten die Ärzte, so würden sie ‚die gefährlichste Menschenklasse im Staate’.

Gerade für den Arzt verbietet sich die von Taupitz befürwortete Suizidbeihilfe. Das ärztliche Standesrecht erklärt sie für unethisch, was auch Taupitz weiß. Dass Taupitz jedoch sagt, über dieses ethische Verbot könne sich jeder Arzt problemlos hinwegsetzen, ist skandalös gerade für ein Mitglied des Ethikrats.“

Beim letzten „Gipfeltreffen“ von Spitzenvertretern der Deutschen Bischofskonferenz, des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Bundesärztekammer am 20. November 2008 in Berlin waren eine rechtliche Einschränkung der Garantenpflicht des Arztes sowie eine Verankerung der ärztlichen Beihilfe zum Suizid im Recht klar abgelehnt worden (ZENIT berichtete).

„Der Schutz der menschlichen Person an ihrem Lebensende ist unbedingt zu gewährleisten. Deshalb muss jeder Maßnahme einer aktiven Sterbehilfe oder einer ärztlichen Beihilfe zum Suizid eine klare Absage erteilt werden“, so die deutschen Bischöfe anlässlich der Bundestagsdebatte um die Patientenverfügung von vor zwei Jahren.